Eine Premiere war die Leitung der Gemeinderatssitzung für den 2. Bürgermeister Andreas Neder (ABB/Interessengemeinschaft), der in Vertretung für Bürgermeister Rainer Morper (ABB/Interessengemeinschaft) gefordert war.

Die Rechnungsprüfung für das Jahr 2019 stand auf der Tagesordnung und für den Prüfungsausschuss berichtete Markus Lomb (CSU-Wählergruppe) über das Ergebnis. Aufgefallen war dem Prüfungsgremium ein negatives Ergebnis von -9189 Euro in der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes. Erfreulich war das Ergebnis bei der Lehrerwohnung, die trotz Investitionen von 13 172 Euro einen Ertrag von 4571 Euro brachte.

Der Betrieb des Wohnmobilstellplatzes kostete die Gemeinde rund 748 Euro. Hier wurden zwischenzeitlich die Gebühren angepasst, so dass das Ergebnis zukünftig besser sein dürfte.

Aus dem Betrieb des Windparks erlöste die Gemeinde vom Betreiber Naturstrom 24 990 Euro. Hierin ist die Summe von 4120 Euro enthalten, die der Betreiber für gemeinnützige Zwecke in der Gemeinde zur Verfügung stellt.

Dickes Minus beim Kindergarten

Der Kindergarten schlug nach Abzug aller Zuschüsse und Beiträgen mit -168 357 Euro zu Buche. Die Personalkosten der Einrichtung betragen allein 267 358 Euro.

Im Haus erLebenskunst wurde ein Treppenlift für barrierefreien Zugang eingebaut und der Boden eines Seminarraumes erneuert. Hierdurch entstanden Kosten von 21 217 Euro.

Erhebliche Aufwendungen von 34 868 Euro entstanden beim Friedhof. Dem standen Gebühreneinnahmen von 10 852 Euro gegenüber. In die Einrichtung des Urnengräberfeldes wurden 13 757 Euro investiert. Die Betriebskosten der Sporthalle lagen 2019 bei 38 730 Euro.

Zusammenfassend stellt Lomb fest, dass die Prüfung keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben habe. Die Höhe der jährlichen Schlüsselzuweisung helfe der Gemeinde den finanziellen Spielraum zu erweitern und spiegele die schlechte eigene Finanzkraft der Gemeinde wider. Der Rechnungsprüfung wurde zugestimmt und der im Rechnungsjahr verantwortliche Bürgermeister Alfred Gündling entlastet.

Ein Ja und ein Nein zu Bauanträgen

In der Leo-Günder-Straße 26 soll eine Doppelgarage mit Stützmauer errichtet werden. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben und der erforderlichen Abweichung zum Bebauungsplan hinsichtlich der Baugrenze zu. Ebenso befürwortete er die Errichtung eines Stellplatzes und die dafür erforderliche Überschreibung der Baugrenze auf Flur.-Nr. 202/2 im Baugebiet Singberg Schäffthal.

Erneut musste sich das Gremium mit dem Plan eines Bauwilligen im Bereich Reichlersweg (Fl.-Nr. 2008/1) befassen. Das Vorhaben war bereits mehrfach wegen der Realisierung einer Zufahrt zum Baugrundstück abgelehnt worden. Nun hat ein Ortstermin zwischen dem Landratsamt und dem Bauherrn stattgefunden, zu dem aber kein Vertreter der Gemeinde geladen war. Als mögliche Lösung aus diesem Ortstermin wurde dem Gemeinderat ein Vorschlag in einer groben Skizze ohne Darstellung erforderlicher Details vorgelegt. Hierin soll die Zufahrt zum Baugrundstück über ein gewerbliches Grundstück erfolgen, welches sich ebenfalls im Besitz des Bauherrn befindet.

Der Gemeinderat diskutierte die Planung und kritisierte die mangelnde Einbindung beim Ortstermin. Hinsichtlich des Anschlusses an den Reichlersweg, dem Sichtdreieck und der Berücksichtigung des vorbeiführenden Radweges wurden ebenso Bedenken angemeldet wie zu der Zufahrt zum Grundstück durch Rettungsdienst, Feuerwehr und Müllabfuhr.

Gemeinderat Roland Herterich (ABB/Interessengemeinschaft) weist darauf hin, dass Vorgaben zur Genehmigung des Planes für das inzwischen genutzte Gewerbegrundstück des Bauwilligen nach einigen Jahren bis heute nicht erfüllt wurden. Markus Lomb meint hierzu, dass es sich um zwei verschiedene Vorhaben handelt und eine Verknüpfung hinsichtlich der Entscheidung nicht zulässig sei. Der Gemeinderat habe grundsätzlich nichts dagegen, dass jemand ein Haus bauen wolle, wenn die Vorgaben eingehalten werden. Das meinte auch Roland Herterich, ergänzt aber: "Ich befürchte aber die Erweiterung des jetzigen Schrottplatzes". Daniel Lohfink (Ramsthaler Liste) schlägt zur Klärung der Situation die Einschaltung eines Juristen vor. Der Gemeinderat lehnt dann den Bauantrag in der vorgelegten Form ab.

Sonderbriefmarke

Das 900-jährige Jubiläum der Gemeinde steht im kommenden Jahr an. Eine Privatperson möchte zu diesem Anlass auf eigene Kosten eine Sonderbriefmarke erstellen. Dabei soll das Gemeindewappen verwendet werden. Der Gemeinderat befürwortete den Antrag.

Einem Antrag der Pfarreiengemeinschaft Saalethal zur Bezuschussung einer Tischtennisplatte, die beim jährlichen Ministrantenzeltlager genutzt wird, stimmte der Gemeinderat zu. Es soll jedoch geklärt werden, ob auch eine anderweitige Nutzung der Platte möglich ist.

Die Mitgliedschaft der Gemeinde in der Förderprogramm Aktionsgemeinschaft Leader läuft aus. Es entstehen hier keine Kosten und der Gemeinderat beschließt eine Verlängerung der Mitgliedschaft.

Holzkreuz und Figur errichtet

Durch einen Sturm waren das Holzkreuz und eine Christusfigur an der Kapelle beschädigt worden. Die Gemeinde hatte die Erneuerung des Kreuzes und die Schaffung einer neuen Holzfigur durch einen Holzbildhauer in Auftrag gegeben. Nachdem das Kreuz schon einige Monate errichtet wurde, ist die Figur nun am Kreuz angebracht worden.

Ruhebänke

Die Gemeinde möchte die Ruhebänke in der Gemarkung ganzjährig stehen lassen und hierzu nach und nach einen Austausch der vorhandenen Möbel gegen witterungsbeständige Varianten vornehmen. Bernhard Gößmann-Schmitt spendet nun eine Bank, deren Beine aus Cortenstahl und die Sitzfläche aus Holz bestehen soll. Angebote für andere Modelle werden zurzeit noch eingeholt. Klaus Kemmer (Ramsthaler Liste) schlägt hierzu eine Bankpatenschaft von Bürgern, Vereinen oder Unternehmen vor. Die Gemeinde hat rund 30 Bänke in der Natur aufgestellt.

Kneipp-Anlage

Immer wieder einmal kam bereits eine Kneipp-Anlage für die Gemeinde zur Sprache. Klaus Kemmer weist anlässlich des 200. Geburtstags von Pfarrer Sebastian Kneipp auf einen in diesem Jahr möglichen Zuschuss hin. Die Verwaltung wurde beauftragt hier die Möglichkeiten zu klären.

Bei einer Begehung des Spielplatzes Singberg wurden defekte Stufen und Geländer festgestellt. Der Gemeinderat beschließt deren Austausch.

Der Verein erLebenskunst möchte einen Theatervorhang und Akustiksegel für 13 000 Euro anschaffen. Hierzu wurde eine Bezuschussung aus dem Regionalbudget der Allianz Fränkisches Saaletal beantragt und genehmigt. Der Verein beantragt nun von der Gemeinde die Vorfinanzierung bis der Zuschuss eingegangen ist. Der Gemeinderat stimmt zu.

Bauplätze für Seniorenwohnprojekt?

Beim neuen Baugebiet sind aktuell noch vier Bauplätze frei. Im Gremium wurde nun diskutiert zwei nebeneinanderliegende Bauplätze für die Realisierung eines Seniorenwohnprojekts freizuhalten. Ein entsprechender Investor soll durch den Bürgermeister gesucht werden. Andreas Günder (ABB/Interessengemeinschaft) begrüßt die Idee, regt aber an für ein solches Projekt eine Fläche in zentraler Lage im Ort zu suchen. Es wird der Beschluss gefasst, die beiden Bauplätze zunächst nicht zu veräußern.

Der Sportverein Ramsthal fragt die Einstellung der Gemeinde zum Saaletalmarathon 2021 an. Die Veranstaltung wurde jetzt coronabedingt vom 5. Juni auf den 24. Juli verschoben. Der Gemeinderat hat keine grundsätzlichen Bedenken.

Die Hütte am oberen Weinbergsweg wurde saniert. Der zweite Bürgermeister dankte Stefan Sixt und Roland Herterich, die die Maßnahme mit ihren Helfern kostengünstig durchgeführt haben.

Klaus Kemmer wollte wissen, ob es eine neue Regelung zur Nutzung des alten Sportplatzes gibt. Die Gemeinde hatte vor Kurzem mit dem Sportverein einen Nutzungsvertrag geschlossen. Jetzt sei der Platz abtrassiert und werde als Pferdekoppel genutzt. Da der Sportverein momentan keine Trainingsaktivitäten durchführt, habe er dem Pferdehalter die Nutzung erlaubt, hieß es.

Der 2. Bürgermeister bedankte sich ausdrücklich bei der in Ramsthal wohnenden Frauenärztin Bettina Jauker, die vor Ort Corona-Schnelltests durchführt. Sie erspare vielen Bürgern den Weg zu einem auswärtigen Testzentrum.