Die neue Brücke über die Thulba wurde als Teil des Ländlichen Kernwegenetz der Allianz Fränkisches Saaletal offiziell in Betrieb genommen. Der Kernweg 196 erfüllt eine multifunktionale, gemeindeübergreifende Aufgabe, die für Fahrradfahrer und für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr nutzbar ist. Der Gesamtpreis für das Bauwerk beträgt 530 000 Euro.

Dafür musste die 50 Jahre alte Überquerung weichen, die mit einer Tragkraft von sechs Tonnen nicht mehr dem aktuellen Standard entsprach, speziell was Landwirtschaftsfahrzeuge betrifft. Im Juli 2019 vergab der Hammelburger Stadtrat den Auftrag zu Ertüchtigung und Ausbau der neuen Brücke an das Ingenieurbüro Wolf aus Bad Bocklet. Den Baubeginn nahm die Firma Brand Bau (Rieneck) noch im selben Monat in Angriff, die Fertigstellung meldete das Unternehmen rund zehn Monate später.

Nur eine kleine Feier

"Dass wir nur eine kleine Feier veranstalten können - ohne Pfarrer, Kinder und Blaskapelle - ist der Corona-Situation geschuldet", bedauerte Bürgermeister Armin Warmuth. Allianz-Manager Holger Becker, der das Kernweg-Konzept für den Stadtteil erarbeitete, hatte mit Stadtwein und "Tätscher" ein Trostpflaster parat.

Den weitaus wichtigeren "Wundverband" überreichte der Leitende Baudirektor vom Amt für Ländliche Entwicklung und Stellvertretender Leiter, Robert Brommer: Einen Scheck über 248 500 Euro als Förderung für die Infrastrukturmaßnahme. Die Restsumme bezahlt der Stadtsäckel. Das Geld sei in vier Wochen auf dem Konto, betonte er zur Freude des Bürgermeisters. "Angesichts 36 Brückenbauwerken im Stadtbereich fällt auf diesem Sektor noch einiges an", erinnerte Warmuth an die Brückenbauten oder -sanierungen in Obereschenbach und Diebach.

Ein Lob spendete Brommer dem "unkomplizierten und zügigen Arbeitsablauf". Ausblickend auf die enorme Nachfrage solcher Projekte zweifelte er allerdings an ausreichenden Mitteln seiner Behörde. Unter den Anfragen aus dem Landkreis finden sich auch die aus Ramsthal, Sulzthal und Wartmannsroth.

Anerkennung für die "reibungslosen Arbeiten, die im Dorf kaum störten", gab es auch von Hans Schönau, der die im Abitur befindliche Ortsbeauftragte, Maria Pfaff, vertrat. Für ihn war die Fertigstellung ein "Geburtstagsgeschenk", das er am 75. Wiegenfest im vorigen Dezember erstmals betrat.

Der städtische Tiefbau-Amtsleiter, Peter Kreß, gab Auskunft über die Details der Maßnahme. Demnach entspricht die 105 Meter lange Thulbabrücke der DIN-Norm mit 4,50 Meter Breite und beidseitig jeweils 0,50 Meter Schrammbord sowie einem Geländer. Er erinnerte auch an den etwa 650 Meter langen Weg von der Thulbabrücke in Hammelburg nach Untereschenbach, den der Bürgermeister umgehend angehen lassen will. Ebenso ist das Kirchenumfeld in Untererthal im Fokus der Stadt. Von der Tragfähigkeit des Obererthaler Bauwerks konnten sich die Anwesenden noch vor Ort überzeugen. Zunächst war es ein Vorderlader-Traktor und dann ein ganzer, mit Holzstämmen beladener, Sattelzug, die die Brücke problemlos querten.