Der Kindergarten "St. Elisabeth" in Thulba und die Grund- und Mittelschule Thulbatal dürfen sich nun Biosphären-Kita und Biosphären-Schule nennen. Die Idee dieser Auszeichnung ist Teil eines breiten Angebots in der Umweltbildung und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Bei den Kitas und Schulen könne man am meisten erreichen, Kinder und Jugendliche seien deshalb auch die Hauptzielgruppe, sagte der Leiter der Bayerischen Biosphärenreservatsverwaltung Michael Geier.

Kompetenzen vermitteln

Umweltbildung und praktischer Umweltschutz gehörten zusammen. Ein Ziel sei es, die Schulen zu einem Lernort für Klima- und Umweltschutz zu machen und Kompetenzen zur Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft zu vermitteln. Anfang April habe man beschlossen, mit den Auszeichnungen nicht länger zu warten und trotz Corona im Sinne der Sache weiterzuarbeiten, sagte Geier in der kleinen Runde. Mit dabei auch Alexander Fromm, zuständig für die Umweltbildung an den Schulen, und Klaus Schenk, der sich dem Thema heimische und gesunde Lebensmittel verschrieben hat.

"Die Punkte in einem Zertifikat abzuhaken, reicht uns nicht aus. Die Mindestkriterien erfüllen wir sowieso und können noch etwas draufsatteln und damit Vorreiter sein", sagte Geier. Man setze hier auf etwas auf, was vor 25 Jahren schon begonnen worden sei. Aus der Rhön sei bei diesen Themen ein großer Input gekommen. Es sei außerdem ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, beide Seiten brächten sich in einer Kooperation ein. Für das Projekt sei eine Flut von Bewerbungen eingegangen, 27 Teilnehmer hätten die Kooperation unterzeichnet und eine Auszeichnung erhalten. Festgelegt seien im Wesentlichen inhaltliche und formelle Pflichtkriterien, aber auch Wunschkriterien. Die Kita decke alle fünf Themenbereiche ab, und es sei nicht mehr viel Luft nach oben, es gelte, den Stand zu halten. Auch bei der Auszeichnung der Schule fehle nur der Themenbereich "Biene". Geier ging auf das Emblem "Rotmilan" ein. Kaum jemand kenne den Zusammenhang Rotmilan - Konsum. Das sei gewählt worden, weil der Rotmilan gerne einmal sein Nest mit bunten Plastikabfällen auskleide. Für ihren Internet-Auftritt sucht das Biosphärenreservat Fotos mit Aktionen der Gruppen. "Ohne die Kooperation könnten wir manche Kurse nicht anbieten", bedankte sich Rektor Frank von Schoen. Bürgermeister Mario Götz zeigte sich stolz über die Auszeichnungen und das damit jeweils verbundene Engagement - es komme nicht von ungefähr. Man habe im Markt Oberthulba für das Biosphärenreservat einen großen Flächenbeitrag geleistet. "Jetzt gehen unsere Bildungseinrichtungen den Weg mit. Ich sehe das als eine rundum gelungene Sache und als Leuchtturmprojekte", freute sich Götz. Als Geschenk bracht er für jede der Einrichtungen ein Insektenhotel mit.