Mit einem Aufruf zur Sparsamkeit hat sich die Gemeinde Wartmannsroth in der vergangenen Woche an ihre Bürger gewandt: "Die Pegelstände der Quellen befinden sich auf einem historischen Tiefpunkt und weisen derzeit schon Werte auf, die unter den Werten liegen, die üblicherweise erst zum Ende der Trockenperiode im Oktober gemessen werden", hieß es darin. Daher sollen die Bewohner auf "die Bewässerung von Rasen- und Gartenflächen, die Fahrzeugwäsche und das Befüllen von Schwimmbecken" verzichten. Es ist nicht die erste Gemeinde im Altlandkreis, die zum Wassersparen anhält.

Bei ihrem Aufruf orientierte sich die Gemeinde Wartmannsroth an der Gemeinde Euerdorf. Die hatte die Bürger bereits vor wenigen Wochen, noch vor der aktuellen Hitzeperiode, per Wurfzettel zu sparsamem Umgang mit Wasser angeleitet. Denn auch in Euerdorf waren die Pegel auf den Stand gefallen, der normalerweise erst im Herbst erreicht wird.

Die aktuelle Situation bezeichnet Michael Unsleber, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf, auf Nachfrage als nach wie vor prekär. Die Aufforderung sei ein Appell auf freiwilliger Basis gewesen. Und die Bürger halten sich laut den Aussagen Unslebers daran. "Es ist in den Köpfen drin." Es gebe öfter Anrufe, bei denen Leute nachfragten, wie sie sich verhalten sollen.

Die Gemeinde setzt darauf, dass es bei dem Appell bleiben kann und die Bürger sich an die Empfehlungen halten, sodass keine förmliche Anordnung notwendig wird. Die müsste überwacht werden und es müsste Bußgelder bei Verstößen geben. Unsleber erklärt: "Das will eigentlich keiner."

"Wie überall angespannt" ist die Lage in Oberthulba, wie Geschäftsleiterin Nicole Wehner sagt. Ein Aufruf an die Bürger werde derzeit vorbereitet. Sollte er ausgesprochen werden, würden wohl auch die Entnahmestellen in Hassenbach und Oberthulba eingeschränkt. Noch ist es aber nicht so weit. Erst einmal werde die Situation beobachtet, insbesondere der Stand der Grabenbrunnenquelle.

In den vergangenen Jahren investierte die Gemeinde Oberthulba viel in die Wasserversorgung. Aktuell wird eine Kammer des Hochbehälters in Frankenbrunn saniert. In Thulba wurde neue Technik installiert. Die Pumpen arbeiten nun pegelschonend, sodass sie langsamer pumpen, wenn der Pegel stark sinkt, wie Wehner erklärt.
In Hammelburg macht sich die Trockenheit zwar ebenfalls bemerkbar, aber die Situation ist längst nicht so kritisch wie andernorts. Die Versorgung ist nicht in Gefahr, Aufrufe an die Bevölkerung sind bisher nicht notwendig. Als ausreichend bis zufriedenstellend beurteilt Anja Binder, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hammelburg, die Pegelstände.

Elf Brunnen versorgen das Stadtgebiet. Dank der Vernetzung über alle Stadtteile können Probleme an einzelnen Stellen notfalls leichter ausgeglichen werden.

In Fuchsstadt und in Elfershausen gibt es ebenso noch keine Probleme. "Sparsamer Umgang mit Wasser ist wichtig", erinnert Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD/ FWG) trotzdem ganz allgemein daran, dass die Ressource Wasser endlich sei. In Euerdorf und Wartmannsroth bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass sich die Pegelstände der Brunnen über den Winter wieder erholen.