Das Wahrzeichen des Marktes Elfershausen, die Trimburg, ist auch ohne Bewirtung und Veranstaltung eine Attraktion, die immer wieder Besucher anzieht. Spaziergänger, Wanderer und Radwanderer, sogar Wohnmobilisten schauen gerne mal vorbei. Jetzt konnte Koordinatorin Bärbel Sauskojus den 1000. Besucher des Jahres begrüßen.

Das ist insofern bemerkenswert, weil die Burg coronabedingt nur an Sonntagen für vier Stunden öffnet. Zwar begehbar, aber ohne Speis und Trank oder gar Veranstaltungen, die sonst in den Sommermonaten der Ruine Leben einhauchen. Dass trotzdem 1000 Menschen den Weg hierher fanden, spricht für die Wertschätzung des von den Freunden der Trimburg und vielen Spendern sanierten Relikts der Vergangenheit .

Manche kommen gezielt, manche zufällig, so wie der Schweinfurter Peter Jaeger, Gaby Gehling und Sohn Julian mit Freundin aus Sulzthal. Nach einer Feier am Vorabend beschloss die Gruppe am Sonntag einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen und wanderte von Sulzthal herüber. Als sie das Burgtor durchschritten, um sich zu registrieren, überraschte Sauskojus sie mit einem Sonnenblumenstrauß und einer Flasche Wein. Mehr noch: Den Jubiläumsgästen spendierte Burgführer Otmar Pfister einen geführten Rundgang durch die alten Mauern. Beginnend an dem zur Hofseite offenen Eingangsturm, der als Pulverlager Verwendung fand und dem daneben liegenden Brunnen, führte der Weg an der Kupfertafel vorbei, die beispielsweise die "Schweinekanonade" zeigt. Eine Sage, die aus dem "Schwedenkrieg" stammt. Von den Nordländern belagert, kam den Burgbewohnern die Idee, ihr letztes Schwein den Schweden ins Lager zu schießen um zu suggerieren: Wir haben noch genügend Vorräte für eine weitere Belagerung. Die Feinde fielen darauf herein und zogen ab.

Vom Außenhof gelangte die Gruppe in das frühere Damenhaus, heute das Burg-Café, das die Wappen der Ortsteile des Marktes Elfershausen trägt und Skizzen und Gemälde die Wände zieren. Der "Rittersaal" - der nie einen Ritter gesehen hat - ist das Prunkstück der Burg. Hier finden heute Empfänge, Trauungen und die Abschlusssitzungen des Gemeinderats statt.

Die Votivtafeln an den Wänden sind der manessischen Handschrift entnommen und zeigen die populärsten Minnesänger früherer Zeiten. Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und den heimischen Süßkind von Trimberg, der wahrscheinlich bei den Herren der Burg in Ungnade gefallen war und deswegen in der Entlohnung kurz gehalten wurde.

Über den inneren Burghof gelangten die Gäste in den Echter- und den Erthal-Saal. In beiden Sälen rief das Glasdach Erstaunen hervor. Um dieses schultern zu können und die Genehmigung der Denkmalschutz-Behörde zu erlangen, war es ein weiter Weg für die Freunde der Trimburg unter Leitung von Hans Schneider, die die Bedachung vor etwa zehn Jahren anbringen ließen. Den Abschluss des Rundgangs verlegte Alt-Bürgermeister Pfister in den Weinkeller. Dort, wo der Rebensaft lagert, gab es dann doch noch einen Umtrunk für die Besuchergruppe, aber nur für sie.

Doch es sind nicht nur Menschen aus der Region, die der Trimburg einen Sonntagnachmittagsbesuch abstatten. Ein Paar aus Ulm und Tübingen, das in Bad Kissingen logierte, sah die Burg im Vorbeifahren und entschloss sich, dem Gemäuer einen Besuch abzustatten. Dass es keine Verköstigung gab, störte sie nicht denn das kannten sie ja auch nicht. Für eine Familie mit Kindern aus Würzburg kam der Zufallsbesuch gerade richtig für eine Stippvisite auf einem "Abenteuer-Spielplatz". "Eis können wir später auch noch essen", so die Eltern. Die Freunde der Trimburg hoffen, dass bald wieder Ritterkämpfe, Knappen-Schule, Jazzmusik, Theater und Feste die Burg beleben. Doch in der Zwischenzeit ist die Trimburg nicht vergessen.