Eine Spende von 1000 Euro erhielt der Kindergarten. Mit dem unverhofften Zubrot will Leiterin Jutta Stolper "etwas Schönes machen" für die mehr als 90 Kinder, die den heimischen Kindergarten besuchen. Marcus und Stefanie Gerner, die Überbringer des Geldes, Bürgermeister René Gerner und die Leiterin kommen schnell überein. Ein Boden-Trampolin soll es sein. Das ist auch der Wunsch der Eltern.

Spenden sind immer willkommen. Meist für gemeinnützig-unterstützende Zwecke gedacht, helfen sie zum Beispiel Kindergärten, ein zusätzliches Spielgerät zu finanzieren, das im Etat nicht vorgesehen ist. Doch die Art dieser Spende ist eher ungewöhnlich, denn sie geht auf einen Unfall auf der A 7 zwischen Oberthulba und der Rhöngaststätte zurück.

Zum Wegwerfen zu schade

Dort kippte ein Lastzug um, der 26 Tonnen Äpfel und Birnen geladen hatte. Das Fuchsstädter Abschleppunternehmen Gerner übernahm die Bergung des Fahrzeugs und seiner Ladung und verbrachte beides auf sein Betriebsgelände. Das Obst, zum größten Teil noch unversehrt, darf üblicherweise nicht mehr in den Handel gelangen. Zum Wegwerfen wäre es aber auch zu schade.

Das brachte Stefanie und Marcus Gerner, Bruder des Bürgermeisters, auf die Idee, das unbeschädigte Obst an die Mitbürger zu verschenken, was allerdings nur mit der Erlaubnis eines Havarie-Kommissars möglich war. Er muss letztlich entscheiden, was mit der Fracht geschieht. Nach Rücksprache mit der Versicherung durfte das Obst zum Verschenken freigegeben werden. Das Ehepaar Gerner, das die Äpfel und Birnen nicht verrotten lassen wollte, lud die Fuchsstädter ein, die Früchte abzuholen.

Wer wollte, konnte eine Spende dafür geben. Auf diesem Weg retteten die Gerners gesunde Lebensmittel vor dem Komposthaufen und sammelten rund 700 Euro Spenden ein, die sie dem Kindergarten zur Verfügung stellten. "Wir waren drei Tage mit der Verteilung beschäftigt", erinnert sich Marcus Gerner, der aus eigener Tasche noch 300 Euro hinzufügte, womit der Grundstein für ein Boden-Trampolin gelegt ist. Kindergartenleiterin Stolper will umgehend den Tüv kontaktieren, der den Planungsrahmen und die Abnahme des neuen Hüpfgeräts vornimmt. Bürgermeister René Gerner dankte als Hausherr der Kindertagesstätte den Beteiligten für die Idee und deren Umsetzung.