Nicht alle Hiebe konnten im vergangenen Jahr im Stadtwald wie geplant stattfinden. Schuld war die lange Feuchtigkeit im Frühjahr, wie Hubertus Tumpach, Leiter des städtischen Forstbetriebs, im Bau-, Forst- und Umweltausschuss sagte. In den beiden vergangenen Jahren habe es im Winter nur wenige Frosttage gegeben, erklärte auch Wilhelm Schmalen. "Darauf müssen wir uns einstellen", meinte der Forstdirektor vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Sollte sich der Trend in den kommenden Jahren noch fortsetzen, bliebe nur noch der Sommer für die Waldarbeiten übrig. Doch in dieser Jahreszeit ist der Holzeinschlag eingeschränkt. Schmalen nannte Auflagen vom Naturschutz als einen der Gründe: "Brutbäume sind für uns in dieser Zeit tabu." Und Laubbäume im Sommer zu fällen, sei risikoreich, weil man den Zustand der Kronen nicht überblicken kann.

Weg von der Kiefer

Somit stellt sich für die Forstleute die Frage, wie der Holzeinschlag organisiert werden kann, wenn sich die klimatischen Bedingungen in den kommenden Jahren weiter ändern. Schmalen sagte: "Das ist eine Geschichte, die uns beschäftigt."

Auf den Klimawandel bereitet der Forstbetrieb auch den Stadtwald selbst vor. Der Umbau hin zum Laubmischwald geht weiter. Der derzeit hohe Anteil der Kiefer sei klimatisch nicht günstig, erklärte Schmale.

Im vergangenen Jahr wurden im Stadtwald 9687 Festmeter Holz geschlagen, das nichtverarbeitete Holz nicht mitgerechnet. Buche und Kiefer bilden die beiden Hauptbaumarten, die gefällt wurden.

Vor allem dank des Holzverkaufs erwirtschaftete der städtische Forstbetrieb im Verwaltungshaushalt 2014 einen Gewinn von etwas über 236 000 Euro (Einnahmen: fast 571 000 Euro; Ausgaben: rund 334 000 Euro). Eine Hälfte des Überschusses - also 118 000 Euro - fließt in den Haushalt der Stadt, die andere Hälfte in die Rücklage des Forstbetriebs für den Wegebau.

Für 2015 erwartet die Betriebsplanung ein Plus von nur rund 36 000 Euro. Das hängt zu einem großen Teil damit zusammen, dass der Haushalt bei den Ausgaben erneut den teuren Einsatz eines Yarders berücksichtigt. Diese Maschine mit Seilkranaufbau hilft bei der Durchforstung an schwierigen Hanglagen, wie sie zum Beispiel in Diebach zu finden sind. Bereits im vergangenen Jahr sollte ein Yarder ans Werk gehen. Es hat allerdings nicht geklappt. Denn es lohnt sich erst, wenn mehrere Gemeinden der Region den Dienstleister gemeinsam beauftragen.

Der Wegebau wird in diesem Jahr fortgesetzt. Laut Tumpach steht in mehreren Stadtteilen die Instandsetzung oder Verbesserung von Rückewegen an, so zum Beispiel in Ochsenthal, Morlesau, Diebach, Obererthal, Feuerthal, Obereschenbach. In Gauaschach und Diebach werden bereits vorbereitete Wegeabschnitte fertiggestellt. In Diebach ist eine Neupflanzung unter Einsatz eines Baggers geplant.