Seit 16 Jahren arbeitet die Diplom-Volkswirtin Anja Binder (47) für die Hammelburger Stadtwerke, im Jahr 2017 übernahm sie die Geschäftsführung von Norbert Kühnl. Überraschend kam am Donnerstag die Mitteilung aus dem Rathaus, dass Binder zum Jahresende die Stadtwerke verlässt. "Anja Binder stellt sich neuen beruflichen Herausforderungen", ist die Pressemitteilung von Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) überschrieben. Warmuth ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

Binder habe "bei den Stadtwerken Hammelburg zahlreiche positive Impulse gesetzt", heißt es in der Mitteilung. Sie verlasse die Stadtwerke auf eigenen Wunsch und leite ab 1. Januar 2022 als Prokuristin den Bereich Vertrieb und Energieeinkauf der Stadtwerke Schweinfurt. Binder selbst wollte auf unsere Nachfrage über die Mitteilung hinaus nichts zu ihrem Wechsel sagen.

"Trotz der absolut vertrauensvollen, konstruktiven und zukunftsorientierten Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführerin und Aufsichtsrat akzeptiert dieser die Entscheidung für ihre berufliche Weiterentwicklung, auch wenn er Anja Binder nur sehr ungern gehen lässt", teilt Warmuth mit, und: "Frau Binder hat hier nicht nur wegweisende Projekte initiiert und vorangetrieben, sondern auch Strukturen und Geschäftsprozesse permanent optimiert."

Schuldenabbau trotz Investition

Hammelburg und die Region hätten enorm von den Investitionen in die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung sowie vom Ausbau des Glasfasernetzes profitiert. In den vergangenen vier Jahren seien mehr als elf Millionen Euro in die Infrastruktur investiert und die Verbindlichkeiten um mehr als 2,4 Millionen Euro abgebaut worden.

"Anja Binder wird die Stadtwerke Hammelburg bis zum Jahresende mit höchstem Einsatz weiterführen und angestoßene Projekte weiter vorantreiben", heißt es weiter in der Pressemitteilung des Aufsichtsrates. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits mit Hochdruck: "Denn dem Aufsichtsrat liegt an einem geregelten Übergang, um den eingeschlagenen Weg auch zukünftig so erfolgreich weiter zu beschreiten." Interimsweise leite der technische Betriebsleiter Stephan Dausacker die Geschicke der Stadtwerke.