Von Mobilfunk über Werbeanlagen und Fitness-Studio bis zu Wohnhäusern reichten die Bauanträge, die dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung vorlagen. Trotz einiger Diskussionen stimmte das Gremium allen Anträgen zu. "Ich wollte über das Thema eigentlich in der Bürgerversammlung in Gauaschach informieren", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) zum geplanten Mobilfunkmast. Wegen Corona entfiel die Versammlung jedoch, und das Landratsamt dränge nun auf eine Entscheidung der Stadt. "Die Mehrheit steht dem Mobilfunk-Ausbau positiv gegenüber", fasste Ortsbeauftragter Edmund Schaupp (HAB) die Rückmeldungen der Bürger zusammen.

Aushang im Stadtteil

Details und Pläne zu dem Vorhaben seien mehrere Wochen lang im Stadtteil Gauaschach ausgehängt worden, berichtete Warmuth. Es sei also genug Zeit gewesen für Rückmeldungen. "Wir müssen heute darüber entscheiden, ohne die Bürger ins Boot zu holen", verwies er auf eingeschränkte Mitwirkungsmöglichkeiten durch die Corona-Pandemie. Die Stadtverwaltung berichtete von zwei kritische Stellungnahmen: Ein Bürger äußerte konkrete gesundheitliche Gefahren, ein anderer allgemeine Bedenken gegen Mobilfunkstrahlung.

Ortsbeauftragter Edmund Schaupp hat sich nach eigenen Worten intensiv mit dem Thema befasst, unter anderem persönlich beim Bundesamt für Strahlenschutz nachgefragt. Aus seiner Sicht seien keine gesundheitlichen Belastungen zu erwarten. Die Nähe von rund 400 Metern zum Ort bezeichnete er sogar als positiv, weil dadurch die Leistung geringer ausfalle. Aktuell sei der Mobilfunk-Empfang im Stadtteil extrem schlecht, das habe er etwa beim Durchgeben der Wahlergebnisse bereits mehrfach festgestellt. "Ich muss in den Dachboden zum Telefonieren", habe ihm ein Gauaschacher berichtet. Den wenigen Bedenken stehe eine große Mehrheit an Befürwortern gegenüber. "Je weiter ein Mast weg steht, desto stärker muss er funken", sagte auch SPD-Stadträtin Rita Schaupp. Und ihr Fraktionskollege Norbert Schaub verwies darauf, dass Mobillösungen für Festnetz-Telefone viel gefährlicher seien als Handys.

Die Firma "Fuchs Europoles" aus Neumarkt plant im Auftrag von "ATC Germany Munich" den 40 Meter hohen Betonmast. Bislang gebe es nur Nachfrage vom Mobilfunk-Anbieter O2. "Ich hoffe, dass andere Anbieter nachziehen", sagte Edmund Schaupp. Laut Verwaltung wurde der Standort abhängig von weiteren Standorten bei Büchold und im Lager Hammelburg ausgewählt. Der Abstand zum Feldkreuz betrage mindestens 20 Meter. Das Landratsamt prüfe zudem, dass die zulässigen Grenzwerte nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eingehalten werden.

Abgelehnter Antrag kam zurück

Bereits zum zweiten Mal lag dem Stadtrat der Antrag für eine Werbetafel an der Kreuzung Fuldaer Straße/An der Rampe vor. Zunächst hatte der Stadtrat abgelehnt, das Landratsamt teilte jedoch nicht die Sichtweise der Stadt, dass die Tafel den Verkehr gefährden könnte. Auch das Staatliche Bauamt hatte keine Einwände. Eine Ablehnung lasse sich also nicht aufrechterhalten. "Unser Image in der Bauverwaltung im Landratsamt leidet", warnte CSU-Stadtrat Patrick Bindrum vor einer erneuten Ablehnung. "Ich ändere meine Meinung nicht, nur weil das Landratsamt uns das zurückgibt", entgegnete 3. Bürgermeister Christian Fenn (Junge Liste). Mit 14:8 Stimmen wurde die Werbetafel doch noch genehmigt. Allerdings forderten mehrere Stadträte, endlich eine Werbeanlagensatzung auf den Weg zu bringen, über die zumindest ein Teil solcher Plakatwände verhindert werden könnte.

Keine Einwände gab es gegen die neue Außenwerbung an der VR-Bank am Marktplatz. Die Gestaltung der hinterleuchteten Hinweisschilder sei bereits mit dem Sanierungsbeirat abgestimmt und entspreche den Vorgaben des Gestaltungsleitfadens, berichtete Bürgermeister Warmuth.

Umwandlung in Fitness-Studio

Im E-Center soll ein rund 1100 Quadratmeter großer Laden in ein Fitness-Studio umgewandelt werden. Der Eingang befindet sich nach Osten zum Parkplatz hin, auf der Rückseite sei lediglich ein Notausgang vorgesehen. Der Stadtrat forderte, dass beleuchtete Werbung nach 22 Uhr ausgeschaltet wird, soweit kein Betrieb geplant sei. Mehrere Stadträte regten an, den Betreiber des Fitness-Studios anzufragen und zu prüfen, welche Öffnungszeiten geplant sind.

Insgesamt neun Ausnahmen vom geltenden Bebauungsplan beantragte ein Bauherr für ein Wohnhaus in Feuerthal. Laut Bauverwaltung handle es sich um ein Grundstück gegenüber Spielplatz und Feuerwehrhaus. "Wofür machen wir Bebauungspläne, wenn wir hinterher alles zulassen?", fragte Grünen-Stadträtin Monika Horcher. Andreas Reuter von der Bauverwaltung verwies jedoch darauf, dass der Bebauungsplan mehr als 40 Jahre alt ist. "Dieser Plan hat sich einfach überlebt", sagte Patrick Bindrum, unter anderem ist darin Massivbauweise gefordert. Die Systembauweise habe es damals noch gar nicht gegeben, auch der Trend, ohne Keller zu bauen, sei erst später aufgekommen. Weil alle Nachbarn unterschrieben haben, sprach er sich für die Befreiungen aus. "Ich bin froh um jeden, der den Mut hat dort zu bauen", wies Christian Fenn auf die steile Hanglage hin. Auch andere Stadträte setzten sich für den Bauherren in Feuerthal ein. Bürgermeister Warmuth ergänzte, dass zum Beispiel die Vorgabe roter Ziegel angesichts von immer mehr Photovoltaikanlagen nicht mehr zeitgemäß sei. Der Stadtrat stimmte sämtlichen Änderungswünschen zu Geländeveränderung, Überschreitung der Baugrenzen, Traufhöhen und Dachneigung zu.