Musiker im Seniorenalter können ihre Instrumente nicht einfach weglegen und vergessen. Deshalb spielen viele der älteren Semester gerne im Seniorenblasorchester Unterfranken, das heuer im 25. Jahr besteht. Jährlich gibt es das weihnachtliche Konzert, so auch heuer im voll besetzten Großen Saal der Musikakademie. Stehende Ovationen waren am Sonntag nach dem Konzert fällig.

"Das Durchschnittsalter in unserem Orchester ist von 70 auf 68 Jahre gesunken", freute sich der Ehren-Bezirksvorsitzende und Ehrenmitglied des Nordbayerischen Musikbundes, Edgar Rudloff, über die Auffrischung mit jüngerem Blut. Er hält heute noch immer die Organisation rund um das Seniorenblasorchester in seinen Händen. Und immer noch spielt er auf der Posaune in diesem Orchester mit.


An Anfänge erinnert

Zwischen dem festlichen Einzug, Auszügen von Nabucco, Walzer, Otto-Zeier-Marschmusik und Weihnachtsklängen erinnerte Rudloff an die Anfänge des Unterfränkischen Seniorenblasorchesters: an Otto Zeier, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Nordbayerischen Musikbundes, und an Josef Toni Dillenkofer, dem damaligen Direktor der Bayerischen Musikakademie Hammelburg. Beide hatten 1991 zusammen mit dem damaligen unterfränkischen Bezirksvorsitzenden Edgar Rudloff und dessen Stellvertreter Hermann Deußer maßgeblich an der Gründung dieses Orchesters mitgewirkt.


40 Musiker aus 30 Orten

Und sie können sich mit Stolz hören lassen, die rund 40 Musiker im Seniorenblasorchester. Sie kommen aus etwa 30 unterfränkischen Orten in ihren angestammten Trachten. Spielfreude ist ihr Markenzeichen. Da sind kürzliche Operationen fast vergessen.

Da eilt noch der 83-Jährige aus der Reha zum Musizieren: "Musik ist die beste Medizin." Seit 1999 hält Erhard Rada aus Veitshöchheim als virtuoser Dirigent den Taktstock.

Das Konzertprogramm war bunt gemischt. Da konnte auch Rainer Steinbach als "einsamer Hirte" mit seinem Panflötensolo zum Auftritt kommen. Und Kurt Rosenberger, mit seiner Mundharmonika in der "Winnetou-Suite", das Gesangsduett Helga und Helmut Öffner sowie das Trompetenduo Stefan Betz und Max Borst von der Fischertrachten-Kapelle aus Gemünden. Borst berichtete in seinem Vortrag über die jahrhundertealte Fischertradition. Die Bischöfe aus Würzburg und Fulda seien damals die Großkunden eines Berufsstandes gewesen, den es heute nur noch als Hobby gebe. Auch der Nikolaus kam zum Einsatz, für ein dickes Lob an die Adresse Rada und Rudloff.


Hohe Auszeichnungen

"Die heute 70-Jährigen sind fitter als die 70-Jährigen vor 25 Jahren", stellte MdB Paul Lehrieder (CSU), Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, fest. Aus seinen Händen gab es für Edgar Rudloff (Posaune) und Ewald Seelmann (Flügelhorn) die Ehrennadel in Gold mit Diamant wegen 70 Jahre aktiven Musizierens.

Für 50 Jahre wurde Ingrid Schubert (Trompete) ebenfalls mit Gold und Diamant geehrt. Ebenso gab es diese Nadel für Uschi Eckert (Flöte), die seit 40 Jahren musiziert. Gold erhielt Werner Höhn (Trompete) wegen 60 Jahre aktiven Musizierens vom Nordbayerischen Musikbund (NBMB).