Der Gasthof Kessler wird seit einem halben Jahrhundert als Familienbetrieb geführt, und das in der dritten Generation nun von Caroline Keßler. Herrmann und Elli Keßler eröffneten am 3. Oktober 1971 die Gaststätte und dazu neun Doppelzimmer. Damit erfüllten sie sich den Wunsch nach Selbstständigkeit. Es sei schon immer viel gesungen worden, und das aus dem hauseigenen Liederbuch, und Oma Elli hätte mit 85 noch Witze erzählt, wusste Caroline Keßler.

Danach übernahmen die Eltern Dieter und Gertrud Keßler das Ruder. Dieter gilt als der kreative Kopf mit Ideen, und die gelernte Zahnarzthelferin Gertrud schaut immer, dass alles läuft. 1979 wurde auf 45 Betten und 1989 auf 80 Betten erweitert und ein Aufzug eingebaut. Für die Gäste beginnt der Urlaub schon zu Hause. Der Hotelbus holt sie deutschlandweit pünktlich vom gewünschten Ort ab. Zur Verfügung stehen dafür neben einem ortskundigen Fahrer die drei eigenen Busse mit 20, 36 und 50 Sitzplätzen.

Fleisch und Wurst kommen vom kleinen Hausmetzger und der Obstler aus der hauseigenen Brennerei. Neben Ausflugsfahrten mit dem Bus sind auch Ausflüge in die nähere Umgebung mit Traktor und Planwagen möglich.

"Als Familienbetrieb sind wir noch relativ gut durch die Pandemie gekommen", sagte Caroline Keßler, die den Gasthof seit dem 1. Januar 2019 führt. Weil man auch mit älterem Personal arbeite, seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meist vor Ort geblieben. Natürlich dürfe man dabei nicht so genau auf die Arbeitsstunden der Familienmitglieder schauen. Etwas leichter durchgekommen sei man auch aufgrund des aufgefächerten Betriebs. Auch würden die Handwerksbetriebe sie nicht in Stich lassen, habe man doch immer auf regionale Firmen gebaut. Das Gleiche gelte beim Einkauf.

Schon immer sei im Gasthof Kessler ein Hund anzutreffen gewesen. Der Belgische Schäferhund Robby ist im Umgang mit Menschen vertraut. Er könne unterscheiden zwischen Tages- und Übernachtungsgästen und sei Familien- als auch Schutzhund. Natürlich dürfen auch Gäste ihren Hund mitbringen. Urlaube seien mit dem Betrieb oft schwierig gewesen, aber Zeit habe man sich in der Familie immer füreinander genommen. Spieleabende seien keine Seltenheit gewesen, darunter auch Schach. Da verwundert es nicht, dass Dieter Keßler eine Schachspielsammlung aus seinen Urlaubsorten in der ganzen Welt zusammengetragen hat.

Entwicklungen wie das Rauchverbot sei man mit einer Raucher-Terrasse begegnet, und auch sonst habe man immer Neuerungen in den Betrieb mit eingebunden.

Ab 11. Oktober ändern sich nun die Öffnungszeiten. Nach 50 Jahren entfällt der Mittagstisch, und der Gasthof öffnet ab 16 Uhr seine Tür, mit Ausnahme von Sonntag und nach Absprache. Neben dem 50-jährigen Betriebsjubiläum feiert man auch 50-jährige Partnerschaft mit Strecks Brauhaus.