Sieben Jahre sind vergangen seitdem, im Anschluss an den Umbau der Alten Schule zum "Haus der Vereine", der Gedanke aufkam auch das Kirchenumfeld von St. Martin durch eine Neugestaltung aufzuwerten. Die früher übliche Konstellation von Kirche und Schule wäre so auf zeitgemäße Weise erhalten, neue und notwendige Möglichkeiten eröffnen sich, zum Beispiel eine barrierefreie Erschließung.

Seit dem vergangenen Jahr liegt die fertige Planung auf. Die Kosten der Gesamtmaßnahme: Rund 480 000 Euro. Ein stolzer Betrag, der zu großen Teilen vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert wird, so eine öffentliche Bürgerbeteiligung gewahrt ist. Die Meinung der Untererthaler ist wichtig und soll bis zum 1. April dem Amt vorliegen. Dazu hängen die Pläne in der Pfarrkirche St. Martin aus, die täglich von 8 bis 18 Uhr einsehbar sind. Bei Fragen geben Stadtrat Bernd Hüfner und Kirchenpfleger Gerhard Beck Auskunft.

Auch wenn das ALE die Maßnahme mit bis zu 60 Prozent fördert, bleibt immer noch ein Restbetrag von 40 Prozent zu decken. Ursprünglich war hier eine Kostenteilung der Stadt Hammelburg und der Diözese vereinbart, aus der sich das Bistum Würzburg jedoch zurückzog. Aufgrund der prekären finanziellen Lage und der daraus datierenden Haushaltssperre, wie es hieß. Finanzielle Mittel werden auch in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen, teilte die Bischöfliche Finanzkammer beim Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Pfarrer und der Kirchenverwaltung mit.

Treppenaufgang, Parkplätze, Grünfläche

Die Kirchenstiftung Untererthal überlegt jetzt gemeinsam mit der Stadt, wie das Projekt für alle Beteiligten zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht werden kann. Schließlich flossen bereits erhebliche Finanzmittel in die Planungsleistung. Die lange Planungszeit hängt übrigens auch damit zusammen, dass die Stadt erst mit Grundstücksbesitzern über den Erwerb von benötigten Flächen verhandelte. Hüfner und Beck erläuterten die Planung. So soll ein Treppenaufgang von der Johann-Nepomuk-Straße die verschiedenen Ebenen der ehemaligen Schulscheune sowie die Lagerräume der Vereine mit dem früheren Schulgarten verbinden, den der Obst- und Gartenbauverein herrichten will. Im Bereich des so genannten "Schulhügels" sind zwei Parkplätze und eine Grünfläche mit Sitzgelegenheit geplant. Ein dem Umfeld angepasster Pflasterbelag mit Baumscheiben, Sitzbänken und einem Stromanschluss soll das Areal um die Kirche in Richtung zur Von-Erthal-Straße den vorhandenen, unebenen Flickenteppich aus Pflaster-, Schotter- und Asphaltflächen ablösen. "Ein wichtiger Aspekt ist die Barriere-Freiheit zur Kirche und zur Alten Schule. Letztere ist derzeit nur durch aufgeschichtete Paletten zu betreten, was eine hohe Unfallgefahr birgt", betont Hüfner.

Eine Rampe soll den Behindertenzugang in das Haus der Vereine sicherstellen. Der Zugang zur Kirche ist nach Dafürhalten von Kirchenpfleger Beck ebenerdig mit einem Durchbruch in eine Madonnen-Nische möglich. Die Marienfigur findet anderweitig einen Platz in St. Martin.

Flankierend zur Hauptplanung dürften weitere Arbeiten anfallen, etwa die Reinigung des nordöstlichen Kirchenumfelds von Gras und Stauden, die auf Dauer das Mauerwerk schädigen. Dazu sind Freiwillige gefragt, die Hand anlegen für ein künftiges Schmuckstück in Untererthal.