Ein ganz besonderes Ereignis steht am 20. März im Hause Heilmann an: Robert Heilmann feiert seinen 90. Geburtstag. Robert Heilmann stammt aus Mittelsinn, Landkreis Main-Spessart. Auf dem elterlichen Anwesen, der Vater war Wagner, lebte er mit vier weiteren Geschwistern. Der Jubilar ist froh, "dass ich vom Zweiten Weltkrieg nicht viel mitbekommen habe und gegen Ende des Krieges nicht doch noch eingezogen wurde". Anders als sein Vater, der 1943 im Krieg fiel.

Beruflich war Robert Heilmann viel unterwegs. Nachdem seine Mutter Witwe war, blieb er bis 1964 in Mittelsinn wohnen, baute in den 50er-Jahren sein Elternhaus um. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Elektromonteur. Dazu war er in Würzburg und in Gemünden tätig. Gearbeitet hatte er zunächst in Aura, wo es ein Kraftwerk gab. In Miltenberg, wo er in der Bezirksstelle für das Überlandwerk Unterfranken tätig war, lernte er seine zukünftige Frau Marianne kennen. Die Kindergärtnerin aus Dortmund war gemeinsam mit einer Freundin dort in Urlaub gefahren. Jetzt war Robert Heilmann auch privat viel unterwegs. "Jeweils drei Stunden dauerte die Fahrt bis nach Dortmund, wenn wir uns wochenends trafen", berichtet der Jubilar. 1960 heiratete er seine Marianne, die aus der ersten Ehe verwitwet eine Tochter in die neue Verbindung mitbrachte. Weitere fünf Kinder folgten - zwei Söhne und drei Töchter.

Da Robert Heilmann zwischenzeitlich in Bad Kissingen für das Überlandwerk tätig war, er nicht mehr immer so weit bis zum Heimatort Mittelsinn pendeln wollte und auch die Familie sich vergrößerte, baute er 1964 ein Haus in Euerdorf. Schnell fühlte er sich dort heimisch und wurde im Ort aktiv.

Hubertus-Gilde mitbegründet

1965 wurde mit ihm als Gründungsmitglied der Schützenverein, die Hubertus-Gilde Euerdorf, aus der Taufe gehoben. Der Verein wurde ein Lebensmittelpunkt der Familie. 1966 war der Jubilar als Vorsitzender bzw. Schützenmeister aktiv und zwar so lange, bis er 1988 wurde er zum Ehrenschützenmeister ernannt. Unter seiner Vorstandschaft wurde 1968/69 das Schützenhaus im Karwinkel gebaut: "Wir haben zuerst im Pfarrheim geschossen, bis dieses zu klein war. Dann waren wir im Café Stier, bis dort die Kegelbahn geschlossen wurde. Dann musste eine andere Lösung her."

Wenn Robert Heilmann von der Arbeit nach Hause kam, ging es mit dem Neubau des Schützenheims im Karwinkel weiter. Die ganze Familie war im Verein integriert. Seine Frau Marianne kochte im Schützenhaus, das auch einen kleinen Wirtschaftsbetrieb enthielt. "Fast alle Kinder waren Schützenkönig, manche sogar mehrmals", erinnert sich der Jubilar, dem auch selbst in 2003 diese Ehre zuteil wurde. In 1971 war der Jubilar sogar Gauschützenkönig. Besonders gerne denkt er an das 50-jährige Bestehen des Vereins zurück. Dazu wurde in 2015 ein mehrtägiges Fest in der Marktgemeinde gefeiert.

2017 war ein trauriges Jahr für den Jubilar, weil seine Frau Marianne nach kurzer Krankheit verstarb. Robert Heilmann lebt immer noch in seinem Haus, das er selbst erbaut hat. "Ich bin zufrieden mit meiner Gesundheit", bemerkt der 90-Jährige, der abwechselnd von seinen Kindern versorgt wird und auch noch mobil ist. "Ich fühle mich gut."

Wenn es geht, sitzt er auf dem Balkon, genießt eine Zigarette und den freien, weiten Blick auf den Haarberg. Getreu seinem Motto "Wie's kommt, wird's genommen", feiert er auch diesen besonderen Tag - nachträglich im Sportheim mit seinen sechs Kindern und fünf Enkeln. "Sobald es eben wieder geht."