Der letzte Schultag war für Stefan Mohr, stellvertretender Leiter der Hammelburger Realschule, noch einmal ein richtiger Marathon-Tag: Bis 10.30 Uhr gab es zunächst die Zeugnisse für die Schüler der Klassen 5 bis 9, ab 11.30 Uhr standen dann im Stundentakt die Verabschiedungen der vier 10. Klassen im Kalender. "Wegen Corona fanden die Abschlussprüfungen zwei Wochen später statt, deshalb ballt sich das alles am letzten Schultag", berichtet Mohr.

Die Realschule schloss laut Schulleitung das aktuelle Schuljahr mit 471 Schülern ab. "Die 10. Klasse war der letzte vierzügige Jahrgang", berichtet Mohr. Für die kommende 5. Klasse seien bislang 72 Schüler angemeldet, die in drei Klassen aufgeteilt werden. Auch alle anderen Jahrgangsstufen haben jeweils drei Einzel-Klassen. Dass die Abschluss-Schüler auf vier Klassen aufgeteilt waren, habe sich als Glücksfall erwiesen: "Wir konnten nach wenigen Wochen Wechselunterricht gleich wieder Präsenzunterricht für die Abschlussklassen anbieten", blickt Mohr auf das Schuljahr zurück. Für zwei Klassen mit 19 Schülern, eine mit 25 und eine mit 26 seien einfach die vier größten Räume der Schule reserviert worden. Dort sei der Mindestabstand möglich gewesen, ohne die Klassen zu teilen und zur Hälfte per Video-Konferenz dazu zu schalten. Allerdings habe auch der Distanzunterricht gut geklappt, berichtet Mohr.

Der Stellvertreter organisierte in diesem Jahr die Verabschiedung, weil Schulleiter Christian Buchner den neuen Schulleiter der Realschule Mellrichstadt unterstützt. Mohr gab den Abschluss-Schülern gute Wünsche für die Zukunft mit. Die vier Klassenlehrer Carina Kram (10 a), Christian Kurz (10 b), Eva Reck (10 c) und Frank Scheckenbach (10 d) sprachen die Klassen dann direkt an und hatten sich Überraschungen überlegt. Die vier Klassenbesten wurden zudem besonders geehrt: Schulbeste wurde in diesem Jahr Maxima Maiwald aus der 10 c mit einem lupenreinen Notendurchschnitt von 1,00. Selbst aus den Fächern, die sie aus der 9. Klasse einbringen musste, habe sie ausschließlich Bestnoten gehabt. Zudem wurde sie für die beste Französisch-Prüfung und das beste Prüfungsergebnis ausgezeichnet.

"Ich habe mich total gefreut", kommentierte Maxima Maiwald ihr hervorragendes Ergebnis. Sie habe hart gearbeitet und ihr Bestes gegeben, umso schöner sei es, dafür mit einer 1,0 belohnt zu werden. Auch in den kommenden Jahren will die 16-jährige Hammelburgerin weiter die Schulbank drücken: Ab September besuche sie die Übergangsklasse im Bad Kissinger Gymnasium. Der sprachliche Zweig und damit eine zweite Fremdsprache erleichtern diesen Schritt. Danach wolle sie das Abitur machen. Ob am Hammelburger oder am Bad Kissinger Gymnasium stehe noch nicht fest. Ihr Ziel, für das sie das Abitur benötigt, ist ein Medizin-Studium.

Trotz Corona habe die Realschule versucht, die Schüler sehr gut auf die Prüfungen vorzubereiten. Als größte Klasse sei die 10 c zeitweise sogar in der Aula unterrichtet worden. Aber auch nach der Rückkehr aller Klassen in die Schule habe es Präsenzunterricht in voller Klassenstärke gegeben. Auch die Verabschiedung am Donnerstag sei trotz der Umstände sehr schön gewesen.

Knapp hinter Maxima Maiwald landete Sofie Vierengel aus der 10 a mit einem Notendurchschnitt von 1,09. In den zurückliegenden Jahren wäre sie damit selbst Schulbeste gewesen. "Wir hatten schon lange keine Mittlere Reife mit 1,0", sagt Konrektor Mohr. Er sei seit vier Jahren in Hammelburg, in dieser Zeit habe es die Bestnote jedenfalls nicht gegeben. Auch Sofie Vierengel aus Greßthal geht weiter zur Schule: Die 16-Jährige hat sich für die Fachoberschule in Schweinfurt entschieden. Nach dem mathematischen Zweig an der Realschule und der besten Physik-Prüfung hat sie sich an der FOS für den Technik-Zweig angemeldet. Wie es danach weitergehen soll, wisse sie heute aber noch nicht.

Klassenbeste in der 10b wurde Jessica Tris mit dem Notenschnitt 1,33, in der 10d schnitt Lena Brust mit einer 1,50 am besten ab. Elternbeiratsvorsitzender Andreas Kitzinger gratulierte den Schülern, der evangelische Pfarrer Robert Augustin gab den Schülern Segensworte mit auf den Weg. Unter anderem mit dem Refrain "Ein Hoch auf uns" von Andreas Bourani verabschiedeten die Lehrer Stefan Eideloth, Patrick Pierson und Stefan Schemmel die vier Abschluss-Klassen auch musikalisch.