Der Verband "Frankens Saalestück" wurde vor noch nicht ganz zehn Jahren gegründet, um die touristische Entwicklung und Vermarktung der angeschlossenen Gemeinden voranzubringen. Mit einem begrenzten Budget und geringer personeller Ausstattung war es nicht möglich, den Ansprüchen und Erwartungen der angeschlossenen Gemeinden gerecht zu werden. Das soll sich nun ändern. Mit einer neuen Verbandssatzung, einer erheblich besseren finanziellen Ausstattung und einer veränderten Struktur will man sich der Zukunft stellen.

Die vom Verband erhobenen Teilnehmergebühren wurden von 45.000 Euro auf 165.000 Euro erhöht. Ein neuer Verteilerschlüssel der Gemeinden soll zu einer gerechteren Lösung führen. Gewichtet werden hierbei neben der Einwohnerzahl auch die touristische Bedeutung der Mitgliedsgemeinden.

Ramsthal ist mit einem niedrigeren prozentualen Anteil von 9,22 Prozent und rund 15.000 Euro beteiligt an den jährlichen Gesamtkosten. Gemeinderat Martin Thürmer (ABB/Interessengemeinschaft) meint dazu: "Wichtig ist es, dass wir mehr zahlen als bisher, aber einen für uns besseren Verteilungsschlüssel haben." Die Gewichtung der Gemeinde im Vergleich zu den anderen Mitgliedsgemeinden hält er für unfair.

Der Gemeinderat stimmt der Satzung zu. Er schickt Andreas Neder (ABB/Interessengemeinschaft) und Markus Lomb (CSU-Wählergruppe) in die Vertreterversammlung des Verbandes. Stellvertreter sind Sebastian Wieber (CSU-Wählergruppe) und Klaus Kemmer (Ramsthaler Liste).

Der Kindergarten und dessen Um- oder Neubau standen in vielen vergangenen Sitzungen auf der Tagesordnung und waren auch Thema im vergangenen Wahlkampf. Nachdem sich in der Gemeinde inzwischen ein Waldkindergarten etabliert hat, ist es zu einer deutlichen Entspannung bei der Belegung des Gemeindekindergartens gekommen. Deshalb wurde der Beschluss vom 28. März 2019 zum Neubau des Kindergartens aufgehoben. Erforderliche Baumaßnahmen im Hinblick auf die Aufnahme von Kleinkindern waren nicht Gegenstand der Sitzung.

Coronabedingt brachen in vielen Kindergärten die Beitragseinnahmen weg, weil es nur eine Notbetreuung gab und viele Kinder nicht im Kindergarten waren. Das Land Bayern leistet nun Ersatz für diese ausgefallen Beiträge. Da hier eine bayernweit einheitliche Pauschale gezahlt wird, erhält Ramsthal wegen seiner niedrigen Kindergartenbeiträge mehr als den Ausfall.

Der Waldkindergarten erhält diese Ersatzzahlungen ebenfalls. Da er aber erst im September geöffnet hat, gibt es hier eine leichte Unterdeckung. Auf Antrag will die Gemeinde ihren Anteil von maximal 30 Prozent an den tatsächlichen Kosten erstatten.

Zur Verbesserung der Infrastruktur bei der E-Mobilität plant die Gemeinde die Einrichtung einer Ladestation für Pkw auf dem Festplatz. Die Gemeinde hat nun einen Förderantrag gestellt und Kontakt zu möglichen Betreibern aufgenommen. Bürgermeister Rainer Morper (ABB/Interessengemeinschaft) stellte die Betreibermodelle von e-on, Bayernwerk und N-ergie vor. Das Thema soll in einer zukünftigen Sitzung weiter behandelt werden.

Die Verpachtung der landwirtschaftlichen Gemeindeflächen sorgt alle zehn Jahre für lebhafte Diskussionen - denn so lange dauern die Pachtverträge. Bei einigen Gemeinderäten bestand die Auffassung, dass die bisherige Pacht zu niedrig sei und bei der Ausschreibung angepasst werden solle. Die Vorschläge lagen bei einer Mindestpacht, die 10 oder 20 Prozent über der bisherigen liegen solle. Da durch die im Bau befindliche Fotovoltaikanlage landwirtschaftliche Nutzfläche aus dem Markt genommen wurde, meinen einige, das Interesse an verfügbaren Äckern sei bei den Landwirten größer. Eine Pachtzinsanpassung nach zehn Jahren sei angebracht. Der Gemeinderat beschloss schließlich eine Anhebung der Pacht um mindestens zehn Prozent. Ansonsten werde auf die Verpachtung verzichtet. Die Dauer wird wieder auf zehn Jahre festgelegt.

Ramsthal hat sich am Projekt Helfer vor Ort (HvO) in Euerdorf mit rund 4700 Euro beteiligt. Seit dem Start der Helfergruppe am 04. Juni2021 wurden bereits 17 Einsätze verzeichnet, davon vier in Ramsthal, wie der Bürgermeister informierte.

Das jährliche Büchereifest kann wegen dem Umbau des Pfarrheims in diesem Jahr nicht dort stattfinden. Auf Antrag der Bücherei stellt die Gemeinde am 24. Oktober das Sportheim kostenlos zur Verfügung.

In der vergangenen Sitzung der Jagdgenossenschaft war der Bürgermeister für die Gemeinde als Grundstückeigentümer vertreten. Er berichtete, dass die Jagdgenossen wieder bereit sind, ihren jährlichen Zuschuss für Wegemaßnahmen zu leisten. Bei der Instandsetzung des Weges Haskenstein -Aussiedlerhöfe wollen Sie sich mit 2000 Euro an den erwarteten Gesamtkosten von rund 11.000 Euro beteiligen. Aber erst einmal sollen jetzt Angebote eingeholt werden.

Der Landkreis hat in einer Bürgermeisterdienstbesprechung die Einrichtung eines Quartiermanagements vorgestellt. Einige Landkreisgemeinden haben hier bereits Erfahrungen. Ziel des Quartiermanagements soll die generationenübergreifende Gestaltung einer Gemeinde sein. Martin Thürmer sieht keinen Sinn darin. Der Seniorenausschuss der Gemeinde sei rührig und aktiv. In Ramsthal sei eine solche Position nicht ausgelastet. Der Vorschlag, die Quartiermanagerin aus Rannungen einzuladen und sich von ihr über die Ausgaben informieren zu lassen, findet keine ausreichende Unterstützung im Gemeinderat. Der Bürgermeister wird sich nun Informationen über die Aufgaben besorgen und diese dem Gemeinderat vorstellen.

Auch die App "Pocketdorf", die als gemeindeinternes Informationssystem dienen könnte, findet kein Interesse im Gemeinderat, da hier keine Möglichkeiten eröffnet werden, die nicht in bisherigen sozialen Medien auch vorhanden sind, wie es hieß. Der Landkreis hatte dieses Angebot den Bürgermeistern vorgestellt.

Während die letzte Bürgerversammlung nur als Online-Veranstaltung stattfinden konnte, hofft der Bürgermeister, dass es das nächste mal in Präsenz möglich ist. Als Termin nannte er den 1. Oktober.

Roland Kühnlein (ABB/Interessengemeinschaft) informierte den Gemeinderat, dass der Kreisjugendring in Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Jugend am Wahltag der Bundestagswahl eine Jugendwahl zum Üben für die 14 bis 17-Jährigen veranstalten will. DAfür werden noch Helfer gesucht.

Für ein Bauvorhaben auf am Wengert wurde ein Tekturantrag für den Einbau einer Einliegerwohnung eingereicht, dem der Gemeinderat zustimmte. Ebenso stimmte der Gemeinderat der Nutzungsänderung der ehemaligen Raiffeisenbank zu. Aus dem bisherigen Geschäftshaus soll nun ein Wohngebäude mit Anbau werden.

Dem Plan eines Grundstückbesitzers, bisherige Grün- und Heckenflächen am südlichen Ortsrand zur Baufläche zu machen, wurde dem Gemeinderat vorgelegt. Anschließend an die Häuser an der Hauptstraße 101c + 101d möchte er dort ein Mietobjekt errichten. Die Kosten für eine Erweiterung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplanes würde der Grundstücksbesitzer tragen.

Schon einmal war dieser Bereich Teil eines neuen Baugebietes, das mit einer Verbindungsstraße bis zum Friedhof erschlossen werden sollte. Dieser Plan wurde damals verworfen, weil man der Ansicht war, dass die Baukosten wegen der extremen Hanglage das Gebiet wenig attraktiv machen würde. Der jetzige Gemeinderat will dem Grundstücksbesitzer keine Einschränkungen machen und legt ihm nahe, sich mit den Genehmigungsbehörden abzustimmen