Mit Thulba verzeichnet auch der zweitgrößte Ortsteil des Marktes Oberthulba einen Zuwachs beim Einwohnerstand. Er stieg im vergangenen Jahr von 1159 auf 1170 Einwohner und 28 Wegzüge standen 47 Zuzüge gegenüber. Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb begrüßte die zahlreichen Teilnehmer an der Bürgerversammlung und moderierte die sich anschließende Diskussionsrunde.

Der Ortsteil verfüge aktuell über 30 Bauplätze, die sich ausnahmslos in Privatbesitz befinden, ging aus den Ausführungen von Bürgermeister Mario Götz hervor. Aus diesem Grunde sei jetzt eine Baulandanalyse für Thulba in Auftrag gegeben worden. Götz stellte auch das Projekt Digitale Jugendarbeit des Marktes Oberthulba vor. Zahlreiche Jugendliche hätten sich bereit erklärt, daran mitzuwirken. An der U-18-Wahl haben landkreisweit rund 300 Jugendliche teilgenommen, davon 40 aus dem Markt Oberthulba. Zur Sprache kam auch die LTE-Versorgung und die Großbaustelle "Ersatzneubau der Talbrücke Bundesautobahn A7".

Jeder hat 290 Euro Schulden

Der Verwaltungshaushalt lag in den Einnahmen bei 11,27 (aktuell 8,60 Millionen) Euro und in den Ausgaben bei 10,83 (aktuell 7,75 Millionen). Zum Ende des Jahres beläuft sich der Schuldenstand auf rund 1,47 Millionen Euro, daraus ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 290 Euro. Kreditaufnahmen sind für dieses Jahr nicht geplant. Nach den Einbrüchen bei der Gewerbesteuer im letzten Jahr erwarte man für 2021 rund 1,67 Millionen Euro. Als herausragendes Projekt bezeichnete Götz die Sanierung und Erweiterung der Kita Thulba, wohl eine der schönsten im Landkreis, mutmaßte er.

Weihnachtsbäume in allen Ortsteilen

Der Markt Oberthulba investiere auch immer wieder in den Straßenunterhalt, säubert Gräben und Bankette, betreibt Heckenpflege und legt Grünanlagen und Blühflächen an. Der Bauhof sei für den kommenden Winterdienst bereit und auch dieses Jahr sollen wieder Weihnachtsbäume in allen Ortsteilen aufgestellt werden. Die katholische Öffentliche Bücherei erhielt das Bücherei-Siegel in Silber durch den Sankt Michaelsbund. Am Mühlbachplatz wurde eine Infotafel aufgestellt und das eingefallene Teilstück der Klostermauer wurde saniert. An der Schule ist ein Sonnensegel angebracht und am Mühlbachring eine neue Bushaltestelle errichtet worden. Über das Regionalbudget wurden folgenden Projekte realisiert: Kühlwagenanhänger, Sicherung Klostermauer, Panorama-Aussichtspunkte Thulbatal, E-Piano und Zubehör für den Waldkindergarten.

Propstei-Quelle wird gefasst

Die Thulbatalhalle soll bestandssaniert und die Propstei-Quelle "gefasst" werden. Nicht alle würden die Quelle kennen, dabei sei sie wahrscheinlich der Ursprung dafür, dass Thulba überhaupt existiere, folgerte Kolb. An die Brunnenstube grenzen noch zugemauerte Tunnel, und mit dem Bau der Wasserleitung sei die Quelle in Vergessenheit geraten und verschlammt. Nun soll der Wasserspiegel gesenkt werden, um die umliegenden Keller zu schützen.

Matthias Schießer plädierte im Diskussionsteil für einen erneuten Anlauf bei der Spielplatzsanierung, nachdem der erste Vorstoß in Vergessenheit geraten sei. Götz sicherte einen finanziellen Anteil seitens der Gemeinde zu, ein Karussell sei bereits bestellt. Bruno Zink bedankte sich für das zur Verfügung stellen eines Autos bei der Gemeinde für die Retzbachwallfahrt. Er bemängelte aber die nächtliche Lärmbelästigung an der Halle. Außerdem wollte er einen Sachstand über die Brückensanierungen in Thulba haben. Der Lärmschutz werde bei der Sanierungsplanung der Halle beachtet so Götz. Die Bogenbrücke stünde unter Denkmalschutz und aktuell würde ein Sanierungskonzept erarbeitet.

Für eine Sperrung des Weges zum Tretbecken - außer für Landwirtschaftliche Fahrzeuge - aufgrund hoher Staubentwicklung plädierte Dietmar Bohländer. Edwin Kolb bemängelte nach einer Baumaßnahme nicht rückgesicherte Grenzsteine. Außerdem diene der "Hofstatt" immer mehr für Abkürzungsfahrten. Und Hundebesitzer hätten den Weg als "Gassi-Geh-Weg" entdeckt - immer mehr Hundekot würde dort hinterlassen. Hugo Walter bat um Erneuerung des Pflasters in der Alten Fuldaer Straße und zweifelte an der Zweckmäßigkeit der neuen Bushaltestelle. Aufgrund der offenen Bauweise sei der Regenschutz mangelhaft. Abschließend bedankte sich Kolb beim Bürgermeister für die Ausführungen und bei den Teilnehmern für die sachlichen Vorträge.