Ein Ortstermin zur Bauvoranfrage für die Errichtung einer Stützmauer in Frankenbrunn, Am Hägholz, ging der aktuellen Gemeinderatsitzung voraus. Erneut hielt sich der Markt Oberthulba an die Empfehlung, wonach die Sitzungsteilnehmer einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorlegen mussten.

Um ihr Grundstück optimal nutzen zu können wollten die Bauherren eine 1,5 Meter hohe Stützmauer errichten. Aufgrund der schmalen Straße sahen dies einige der Räte verkehrstechnisch als heikel an. "Wie wir hier entscheiden, kann zum Präzedenzfall werden und sich auch auf die nächste Generation auswirken", argumentierte Bürgermeister Mario Götz. 2018 hätte man entschieden, dass man mit der Einfriedung nicht mehr einen Meter von der Grenze bleiben müsse und deshalb sei die gewünschte Höhe wohl nicht realisierbar. Aber man sei im Sinne der Bürger immer um Konsens bemüht. Daher kam der Vorschlag an einem Punkt mit einer Höhe von 80 Zentimeter mit der Mauer zu beginnen und bis zur Grenze auf 1,2 Meter ansteigen zu lassen. Ein anderer Vorschlag brachte eine Trassierung ins Spiel. In der nächsten Sitzung soll eine Entscheidung fallen.

Anliegerversammlung geplant

Zurück im Sitzungsraum stellte Architekt Johannes Hahn dem Ratsgremium den Bebauungsplan "Innenbereich Quelle" vor. Die Beschlüsse um das Baugebiet würden zwar immer detaillierter, aber Bürgermeister Götz wies darauf hin, dass man sich wohl noch über ein Jahr lang mit diesem Thema beschäftigen werde. Das Gremium sprach sich jetzt für Pultdächer mit Winkel zwischen fünf und 20 Grad aus. Am Eingang des Gebietes wird es zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser geben, der Rest wird aus zweigeschossigen Wohnhäusern bestehen. Die Wandhöhe wurde auf sechs bzw. neun Meter, die Firsthöhe auf zehn Meter begrenzt. Die Eindeckung darf aus Blech bestehen, wenn eine Photovoltaikanlage aufgesetzt wird. "Wenn sie eine Einhaltung des Bebauungsplanes wünschen, müssen sie dies auch durchhalten", appellierte Hahn an die Räte. Ferner sei damit zu rechnen, dass es für die Häuser in diesem Baugebiet keine Öl- oder Gasheizung mehr geben werde. "Es soll kein exklusives, sondern vielmehr ein zielgerichtetes und nachhaltiges Baugebiet für Bürger aus dem Markt Oberthulba werden", so Götz. Der Fokus stehe auf Wohnraumschaffung in Verträglichkeit mit der Größe des Gebietes. Mit den nächsten Schritten soll eine Anliegerversammlung folgen.

Bauanträge

Der Rat entsprach den eingegangenen Bauanträgen und gewährte die benötigten Befreiungen. Befürwortet wurden demnach die Bauanträge zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Reith, Am Koppenfeld, zur Errichtung eines Carports sowie eine zusätzliche Zufahrt in Oberthulba, Schieferstein, und für eine Hallenaufstockung und Überdachung des Betriebshofes in Hetzlos, Aussiedlerhof 1. Der Markt Oberthulba stimmte zudem der Gründung eines interkommunalen Klärschlammkooperationsprojektes auf der Grundlage des Ergebnisses der Machbarkeitsstudie - für die Kläranlage Wittershausen - vom Januar 2021 unter Federführung des Abwasserzweckverbandes Thulba-Saale zu.

Befragung zur Kinderbetreuung läuft bis Ende Juni

Um eine optimale Betreuung der Kinder zu erreichen, führt der Markt Oberthulba in seinen Gemeinden eine Elternbefragung durch. Nur wenn man die Wünsche der Familien konkret kenne, könne man versuchen, diese zu erfüllen. Nicht alle Wünsche würden realisierbar sein. Die Teilnahme an dieser Elternbefragung sei freiwillig und zugleich eine Chance, die konkreten Bedürfnisse in die Planungen einzubringen. Die Befragung sei anonym und die Daten würden ausschließlich für die Planung von Kindertageseinrichtungen und von Angeboten der Tagespflege verwendet. Die Eltern werden gebeten, die ausgefüllten Fragebögen bis zum 30. Juni zurück zu senden.

Abschließend wies Bürgermeister Götz noch einmal auf die 1. Digitale Jugend-Bürgerversammlung am Sonntag, 6. Juni hin, mit der der Markt Oberthulba einen neuen Weg beschreiten wolle. Das sogenannte erste "Online-Beteiligungstreffen" findet von 10 bis ca. 12 Uhr statt. Auf der Homepage des Marktes gibt es bereits einen Fragebogen. Dort werden erste Ideen gesammelt und man kann sich anmelden.