Die Bauarbeiten haben begonnen, deshalb müssen auf kurz oder lang nahezu alle an der Hauptstraße lebenden Einwohner mit Einschränkungen rechnen - und das ziemlich lange: Geplantes Ende des 3,5 Millionen Euro schweren Projektes ist im Dezember 2023. Einige Fragen der Bewohner blieben allerdings auch nach dem offiziellen Baustart noch offen. Deshalb standen Bürgermeister Florian Atzmüller, Geschäftsleiter Daniel Görke, Jan Peter Solveen und sein Kollege Gerhard Schwarzer vom Ingenieurbüro Alka sowie der Bauleiter der Firma Burger Bau, Frank Voll, den betroffenen Bürgern nun Rede und Antwort. Dabei wurden auch einige kritische Stimmen laut.

Gebaut wird in insgesamt sechs Bauabschnitten. So sollen die Behinderungen für die Anwohner möglichst gering gehalten werden und der Ort, zumindest teilweise, befahrbar bleiben. "Durch die Baustelle wird es zu Einschränkungen kommen, wir werden allerdings versuchen, für alles eine Lösung zu finden", betonte Bürgermeister Atzmüller. Mit den Bauarbeiten begonnen wurde aus Richtung Waizenbach. Bis zum kommenden Winter soll die Fahrbahn bis zum Rathaus erneuert werden.

Wunsch nach Verkehrsberuhigung

Vor allem die Übersichtlichkeit der Verkehrssituation an den beiden Bushaltestellen, insbesondere die Sichtweite beim Überqueren der Straße, beschäftigte viele der Teilnehmer. Die Sicht sei in beide Richtungen ausreichend, um die Straße gefahrenlos überqueren zu können - auch für Kinder, betonte Schwarzer. Ein Zebrastreifen sei der Gemeinde nicht genehmigt worden, auch der Wunsch nach einer Tempo-30-Zone innerhalb der Ortschaft sei aussichtslos, denn: Die Ortsdurchfahrt ist eine Staatsstraße - Entscheidungen über einen Zebrastreifen oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung müssen daher von der Straßenverkehrsbehörde genehmigt werden. Der Bürgermeister versprach den Teilnehmern, Kontakt zu den entsprechenden Stellen aufzunehmen und den Wunsch nach Tempo 30 anzubringen. Viel Hoffnungen macht er sich nicht. Sicher ist: "Die Straße wird auf jeden Fall übersichtlicher, als sie momentan ist", sagte Planer Sulveen.

Ein anderes Thema war der Zeitplan: "Es werden sich immer wieder mal Verschiebungen ergeben", betont Schwarzer, trotzdem solle er möglichst genau eingehalten werden. Vom Bauleiter erhielten die betroffenen Anlieger die Information, dass es abschnittsweise zu halbseitigen Straßensperrungen kommen könne, da insbesondere Kanal- oder Abbrucharbeiten immer im Vorfeld an die Fahrbahnerneuerung erledigt werden müssen. Er versprach einen möglichst reibungslosen Übergang der einzelnen Bauabschnitte. Sein Aufruf an die Anlieger: "Der direkte Weg zum Polier vor Ort ist immer der kürzeste, sollten sich Probleme ergeben." Betont wurde allerdings auch, dass nicht immer auf alle Rücksicht genommen werden könne.

Ein weiteres Thema beschäftigte die Bürger während der Versammlung besonders: der Abriss des alten Wiegehäuschens an der Hauptstraße. "Ihr habt das Schmuckstück Wartmannsroths einfach weggerissen", kritisierte ein Anwohner. Der Abriss des alten Gebäudes sei Vorgabe des Staatlichen Bauamtes gewesen, weil nur so die Engstelle innerhalb der Ortschaft verbreitert werden könne, berichtete Bürgermeister Atzmüller. "Es kam nie eine Rückmeldung aus Wartmannsroth", rechtfertigt er die Entscheidung. Die Gemeinde sei im Vorfeld auch tätig geworden. Neben der Kontaktaufnahme zur Denkmalpflege im Landratsamt und bei der Regierung wurde auch das Freilandmuseum in Fladungen über das Häuschen informiert. "Wir haben auch in der Bevölkerung mehrere Aufrufe gestartet", sagte der Bürgermeister. Allerdings sei keine Rückmeldung gekommen. Ein Wiederaufbau an anderer Stelle hätte knapp 100.000 Euro gekostet. "Man kann uns wirklich nicht den Vorwurf machen, dass wir leichtfertig entschieden haben", bestätigt Görke. Die alten Sandsteine des Gebäudes seien für 1000 Euro verkauft worden.

"Das hätte man im Ort auch mal sagen können. Allgemein hat man nichts gewusst" und "Es tut schon weh, wenn so etwas weggerissen wird" blieb die Kritik einiger Bürger auch an der mangelnden Kommunikation aus dem Rathaus. Ausgiebig diskutiert wurde auch über den alten Brunnentrog am Rathausplatz, der nun im Zuge der Platzerneuerung weichen muss. "Es ist kein Thema, den alten Brunnentrog zu erhalten, wenn auch nicht am neuen Rathausplatz", sagte Geschäftsleiter Görke, und: "Die Planungen sind schon abgeschlossen."