Der Wasserfall am Trettstein ist ein eindrucksvolles Naturdenkmal, das nicht nur viele Touristen, sondern oft auch einheimische Wanderer gerne besuchen. Vom Waizenbach und den Quellen des Eidenbaches gespeist, fließt das Gewässer mit Getöse mehrere Meter tief über die große Naturplatte aus Buntsandstein.

Der Besucher findet hier Erdgeschichte zum Anfassen vor. Der Trettstein liegt genau im Grenzgebiet der Gemarkungen Gräfendorf und Waizenbach (Gemeinde Wartmannsroth) und befindet sich obendrein somit zwischen den Landkreisen Main-Spessart und Bad Kissingen.

Deshalb trafen sich dort die beiden Bürgermeister Johannes Wagenpfahl aus Gräfendorf und Florian Atzmüller (beide CSU) aus Wartmannsroth, als am Dienstag längst geplante Sicherungsarbeiten am Geländer der steilen Zugangswege erfolgreich abgeschlossen wurden. Vor rund zwölf Jahren hatte die Jugendfeuerwehr aus Gräfendorf am Holzgeländer Hand angelegt und sie saniert. Doch nagte der Zahn der Zeit mittlerweile am Fichtenholzgebälk. Also wurde jetzt mit Stahlrohren nachgerüstet.

Viele Helfer im Einsatz

Zum Einsatz kamen nicht nur die Bauhöfe der benachbarten Gemeinden, sondern auch die freiwilligen "rüstigen Rentner", Helfer der beiden angrenzenden Gemeinden sowie der Naturparks Rhön und Main-Spessart. Insgesamt zwei Dutzend Leute waren im Einsatz. Die Naturtreppe auf der Gräfendorfer Seite - in Richtung Eidenbacher Hof - wurde schon vor Wochen vom dortigen Bauhof restauriert.

Zufrieden äußerten sich die beiden Bürgermeister, zwischen denen die Chemie offensichtlich stimmt. "Seit wir amtlich zusammenkommen, gibt es eine gut funktionierende kommunale Zusammenarbeit", bestätigte Wagenpfahl. Und Atzmüller ergänzte: "Allein schon durch das Projekt Trettstein mit dieser Aktion ist das so. Wir haben beide erkannt, dass da etwas gemacht werden muss."

Kosten anteilig aufgeteilt

Angesichts eines erhöhten Zulaufs von Besuchern musste die wackelig gewordene Fichtenbalustrade durch eine stabilere Konstruktion ersetzt werden. Auch den Anwohnern soll ein hohes Maß an Sicherheit beim Trettsteinbesuch geboten werden. Die Kosten der Aktion werden anteilig von beiden Gemeinden getragen. Dr. Oliver Kaiser vom Naturpark Main-Spessart: "Die erhöhte Besucheranzahl, so zum Beispiel heuer an Pfingsten, bringt uns in eine schwierige Situation." Naturparkwege mussten ausgewiesen werden und das Einverständnis mit dem Grundstücksbesitzer Stephan Schulze eingeholt werden. Er ist der Betreiber der bergab gelegenen Baumhaushotels "Seemühle", von denen aus ebenfalls ein Weg zum Trettstein-Wasserfall führt. Wagenpfahl spricht von einem "sanften Tourismus", während Kaiser meint: "Wenn es zu viele Besuchern gibt, ist die Grenze erreicht, wo es weh tut." Ghettoblaster-Lautstärke im Übermaß und Abfall seien jedenfalls nichts für die unberührte Natur am Trettstein.