Heimattourist Horst Manninger - besser bekannt als Männix - bescherte der städtischen Sommerkonzertreihe "Hamulissimo" mit seinem Auftritt auf dem Viehmarkt eine besondere Überraschung. Dem Mundartsänger und Hobbymusiker, der über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist, gelang mit einer Solopräsentation das wohl bestbesuchte Viehmarktkonzert.

"Künnt heut der Papst nach Hammelburch?", fragte ein zum Auftrittsort Eilender verdutzt angesichts der Besuchermassen, die weit vor Beginn den mit Biergarnituren ausgestatteten Viehmarkt füllten. Das nicht, aber sicherlich der Mundartsänger-Papst.

Mit diesem Titel darf sich der geborene Hammelburger und Wahl-Thailänder durchaus schmücken. Gewann er doch vor rund einem Dutzend Jahren die vom Bezirk ausgeschriebene Trophäe des originellsten unterfränkischen Mundartsängers. Zur Veranstaltung kam auch Bürgermeister Armin Warmut, der die Besucher zu Beginn begrüßte.

Eingewanderte haben schlechte Karten

Dialektlieder haben ihre Eigenheiten. Sie zu verstehen, ist die Kunst in einer Region, in der fast jedes Dorf seinen eigenen "Slang" hat. Leute, die in heimatlichen Gefilden viel herumkommen, sind da im Vorteil. Schlechte Karten haben "Eingewanderte" aus anderen Bundesländern nach dem Motto: Watt hatt der damit gemeint?

Kann der Westfale oder Niedersachse den Song "Mir sin die Schoppehauer von Hammelburch" oder "Der Hermann mit sein Hako" noch einordnen, wird es schon deutlich schwieriger bei den "Rhüakrake", den "Rhönraben" oder dem "Fridolin, der die Welt bereiset". Dazu kommen Dörfer im Dialektnamen wie "Moschaa", "Klöster Dull" und "Oaschi". Oehrberg haben sie verstanden, kennen es aber nicht. Wenn wunderts? Oehrberg liegt, wie der Name sagt, hinterm Berg.

Das Rhöndörfchen hat's dem Sänger angetan. Dort möchte er leben. Daran hat er gute Erinnerungen und ist schon auf die "Röedlich" aufgetreten. Das kleine Festival, von der Dorfjugend initiiert und aufgebaut mit Plane, selbstgezimmerter Bühne und Lagerfeuer, aber ohne Toiletten und behördlicher Genehmigung, hatte es ihm angetan mit seinen 300 oder gar 400 Besuchern. Daraus entstand "Ich möchte so gern en Oehrberger sei".

Nach dreijähriger Pause geht es weiter

Coronabedingt musste der singende Physiker im Ruhestand auf seine "Deutschland-Tournee" drei Jahre verzichten. Das holt er jetzt nach. Männix spielt auch in Fuchsstadt und bei privaten Feiern. Gern würde er wieder mit seinem Kollegen Walter Graf spielen, was diesem aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Da wären auch noch einige Titel, die er mit Graf im Studio aufnahm und die noch nicht veröffentlich sind.

Nun genießt er seinen Ruhestand. Und wenns "amol zamkommt" schreibt er "ä Liedle". So wie damals seinen Titel "Bangkok", den er in Tokio am Bambusschreibtisch begann und zehn Monate später auf der dreitägigen Fahrt von Nord-Thailand nach Singapur fertigstellte. Heraus kam "Hopp Heinz, mir fohrn emol nach Bangkok und hole mein Cousin sein alte Schrank ob".

Verschlungene Wege zu den Liedern

Manchmal sind es verschlungene Wege, die den Bänkelsänger auf die (Ton)-Spur locken. Ein Beispiel ist "Alaska", ein Gauaschacher Original, das Männix besingt. Ihn lernte er via Internet kennen. Über den Pferde- und Ranch-Besitzer wurde er zum "Gäulsmusik-Narr" und schrieb ein Lied - in Peking.

Für die Technik der Veranstaltung sorgte Sven Müller, der zum Konzertende das Europahaus in rotes Licht tauchte. Gegen 22 Uhr grüßte der Vollmond die Gäste, die das Konzert nochmals im Gespräch Revue passieren ließen.