Pfarrer Michael Erhart hat den Weg aus Zeil am Main auf seinem Motorrad zurückgelegt. "Wir freuen uns auf Erhart", sagt Herbert Pabst, Vorsitzender der Motorradfreunde Wartmannsroth. Etwa 20 Biker gehören dem Verein an. "Es kommen immer mehr Fahrer zu den jährlichen Motorrad-Gottesdiensten", stellt stellvertretender Vorsitzender Herbert Beck fest.

Auch diesmal sind es mehr als 120 Teilnehmer. "Der Segen bringt mir ein Gefühl von mehr Sicherheit auf den Straßen", sagt Beck. Darüber hinaus freue er sich auf viele Biker, die man das Jahr über nicht in Wartmannsroth sehe.

Auf seiner 1200er Suzuki ist Josef Lemberger aus Nüdlingen angereist. "Ich wollte schon länger mal mitmachen", erklärt er. Aus beruflichen Gründen habe das bisher nicht geklappt. Lemberger fügt an: "Aber heute will ich mir Gottes Segen für Mensch und Maschine abholen." Freilich freue er sich auch, Gleichgesinnte bei einem solchen Treffen kennenzulernen.

Ein Teilnehmer ist mit vielen Bikern des Clubs "Drehzahljunkies" auf seiner 125er Yamaha aus Würzburg erstmals zum Motorrad-Gottesdienst gekommen. "Wir sind mit etwa 100 Mitgliedern eine ziemlich große Gruppe und wollen heute mal neue Leute treffen", sagt er. Aber vor allem sei ihm der Segen wichtig: "Damit nichts passiert unterwegs." "Ich mache gerne Motorrad-Gottesdienste", erklärt Pfarrer Erhart. Der in Wartmannsroth sei in diesem Jahr schon sein dritter nach Eltmann und Zeil. "Bei Motorrad-Gottesdiensten sind ganz andere Leute als sonst dabei."

Der Zuspruch in Wartmannsroth sei bemerkenswert. "Ich treffe alte Bekannte, die sich auf den festen Termin am Sonntag nach Fronleichnam freuen", sagt Erhart. Sein Herz schlägt offenbar noch für seine frühere Gemeinde: "Wenn es mir nichts bedeuten würde, wäre ich heute nicht da."

Mit einer historischen BMW 25-2 mit Beiwagen ist Albert Katzenberger aus Garitz dabei. "Ich schätze die Atmosphäre und freue mich auf alte Kollegen", sagt er. Aus Lauter nimmt der Motorrad-Club "Merlines" teil. Es passe alles zusammen: Bikes, Motorrad-Gottesdienst, Sonne, Event und nette Menschen, bestätigt Christian Tuschinski.

"Lebe den Moment", hebt Pfarrer Erhart in seiner Predigt hervor. Zwischen Rückblicken auf die Vergangenheit und Plänen für die Zukunft gelte es, sich auf das Jetzt zu besinnen. Das gelte nicht nur für die Biker sondern auch für die übrigen Dorfbewohner, die zahlreich erschienen sind.