"Ja, es stimmt, das dritte Küken ist erwartungsgemäß geschlüpft", sagt Christian Fenn auf Nachfrage dieser Redaktion und bestätigt damit den Zuwachs im Storchennest auf dem Hammelburger Mönchsturm. "Leider bleibt aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstand noch die Sorge, dass die Storcheneltern das jüngste Küken in den nächsten Tagen noch aus dem Nest werfen könnten", macht Fenn weiter deutlich. Das sei bei Störchen leider so üblich, wenn die Nahrung knapp wird oder der Entwicklungsstand der Küken zu weit auseinandergehe. "Wir werden gespannt sein."

"Regenphasen gut überstanden"

Auch mit der nassen Witterung kommen die Tiere aktuell offenbar gut zurecht. Christian Fenn erklärt dazu: "Die Regenphasen haben die Jungstörche bisher ganz gut überstanden. Das könnte daran liegen, dass das Nest diesmal sehr gut gebaut ist. Es ist sehr weich, wasser- und luftdurchlässig gebaut und hat noch wenig Lehmeintrag." Aus diesem Grund könne es immer wieder auch trocknen. Dies beuge dem gefährlichen Schimmelpilz vor, den man aus Storchennestern kennt.

Die drei Eier waren im Abstand von exakt drei Tagen gelegt worden, blickt Fenn auf das Geschehen im Hammelburger Storchennest zurück. Immer nachts zwischen 1 und 2 Uhr. Nach etwa 30 bis 32 Tagen Brutzeit schlüpfen üblicherweise Storchenküken. Nicht automatisch aber beginnen die Störche nach dem ersten gelegten Ei auch gleich zu brüten.

Das erste Ei lag 33 Tage im Nest, ehe das erste Küken schlüpfte. Das zweite Küken schlüpfte noch am selben Tag, für dieses Küken war es folglich der 30. Tag. "Das hat die Natur sinnvoll eingerichtet, so können nämlich Küken einen ähnlichen Entwicklungsstand haben, obwohl die Eier versetzt gelegt werden", erklärt Fenn. Das dritte Ei musste seine 30 Tage aber auch abwarten. Und schlüpfte somit zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Das war am 20. Mai. Bereits am Nachmittag konnte man den ersten Durchbruch des Schnabels durch die Schale beobachten, dann aber hat der Vorgang - wie auch schon beim zweiten Küken - sehr lange gedauert. Erst gegen 23 Uhr war der obere Teil der Schale gänzlich ab. Und erst deutlich nach Mitternacht konnte man erkennen, wie sich das Küken größtenteils aus der Schale gekämpft hatte. Mit Sonnenaufgang am 21. Mai war das Küken dann nur noch aufgrund seiner Größe von den anderen zu unterscheiden.

Ein ordentlicher Entwicklungsschub

"Die drei Tage früheren Schlüpfens geben den großen Küken einen ordentlichen Entwicklungsvorsprung. Das Kleine kann sich nur mit Mühe beim Futtern durchsetzen. Es wächst zwar ordentlich weiter, aber der Abstand zu den Geschwistern scheint im Moment leider zuzunehmen", hat Christian Fenn beobachtet. Zwischenzeitlich sei es groß genug, um auch ganze Mäuse zu verschlingen. Das fällt dem Kleinen zwar noch schwer, aber es gibt ihm die Möglichkeit, etwas vom Essen abzubekommen, wenn die Eltern gerade mal überwiegend Mäuse bringen.

Bei Regen ist der Speiseplan derzeit noch sehr gemischt: Würmer, Mäuse, Maikäfer und Fische waren bisher gut erkennbar. Nun heißt es Daumen drücken, dass die Storcheneltern das Küken nicht doch noch aus dem Nest werfen.

Die Bilder des Tages gibt es hier im Internet. Sie können bis zu zwölf Stunden zurück verfolgt werden.

Die Kameras hat Christian Fenn bezahlt, der sich auch um die Übertragung der Bilder über seinen privaten Internetanschluss kümmert.

Fachlich zuständig für die Störche auf dem Hammelburger Mönchsturm ist der Bund Naturschutz.