Der - vorläufig - letzte Akt im Rahmen der Wartung des Kapellenkreuzwegs am Kloster Altstadt ist abgeschlossen, Restaurator Clemens Muth und seine Mitarbeiter zeigen sich zufrieden. Im Mittelpunkt der Restaurierungsarbeiten stand diesmal die 12. Station, "Jesus stirbt am Kreuz", die Kreuzigungsgruppe unterhalb von Schloss Saaleck.

Die Figuren der größten der 14 Stationen, Maria, die Mutter Jesu, der Apostel Johannes und Maria Magdalena, hatten Witterungsschäden, die Muth mit Silikonharzfarbe abdeckte. Die Masse verfügt über die Eigenschaft, Wasser aus dem Stein austreten zu lassen. Das Wasser hatte sich im Winter besonders in den Füßen gestaut. Auch die Schriften auf den Tafeln wurden erneuert und Risse - wo sie sich an den anderen Kapellenhäuschen zeigten - ebenfalls geschlossen.

Für den Erhalt des unter Regie von Bildhauer Johann Jakob Faulstieg und dem Franziskanermönch Wenzeslaus Marx 1733 erbauten, einen Kilometer langen Kreuzweg, macht sich von jeher Reiner Baden stark. Einst im Städtischen Bauamt tätig, heute Ruheständler, bestand er seit 1996 auf einer regelmäßigen Wartung der Kapellen und der Haupt-Station am Schlossberg.

Und das mit Recht. Denn der Hammelburger Kapellenkreuzweg ist einer der schönsten in ganz Süddeutschland. Selbst Christof Sabatzki, Diplom-Steinrestaurator vom Landesamt für Denkmalpflege, besuchte den Kreuzweg mehrmals und zollte ihm höchstes Lob. "Was Hammelburg für einen Kulturschatz besitzt, ist kaum zu glauben", erklärte er bei einer Stippvisite. Einzig der Kreuzweg am Würzburger "Käppelle" und der auf dem Kreuzberg können den Hammelburger Stationen das Wasser reichen. "Der oft gepriesene Kreuzweg in Bad Tölz kommt da nicht hin", versichert auch Reiner Baden. "Ich war enttäuscht als ich ihn besuchte" fügt er hinzu.

Im Ebelsbacher Steinrestaurator Clemens Muth fand der Initiator einen Fachmann mit Sachverstand, Fingerspitzengefühl und Können. Mit einem filigranen Pinsel zieht er die in der Fronttafel verwitterte Schrift nach: "Oh ihr Alle die ihr des Weges geht, haltet ein und schaut ob ein Schmerz gleicht seinem Schmerze". Zum Zeichen, dass das Erlösungswerk Christi die ganze Schöpfung betrifft, sind im felsigen Boden Pflanzen, Tiere und Skelette dargestellt. Spruchbänder und Kartuschen mit Inschriften deuten das Glaubens-Geschehen. Ein Kunstwerk, das seinesgleichen sucht, wie auch Fachkreise bestätigen.

Für Reiner Baden ist es eine Herzenssache, deren Finanzierung er schultern muss. Zuschüsse für das "Musterprojekt für Sanierung und Erhaltung" kommen vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Bezirk Unterfranken. "Doch das alleine reicht nicht aus", stellt Baden fest, der sich nicht zu schade ist, um ein Scherflein zu bitten. Um die fälligen Gesamtkosten in Höhe von 18 000 Euro für die 12. Station decken zu können, sammelte er die Hälfte dieser Summe ein.