Der Radweg zwischen Bad Kissingen und Euerdorf bleibt vorläufig ein "schwebendes Verfahren". Zwar stimmte der Gemeinderat - gegen Elmar Hofmann - für die von Michael Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt, vorgestellte Trassen-Führung, jedoch nur gegen Auflagen: die Übernahme der Baukosten, die Kosten für anfallende Grundstückskäufe und die Instandsetzungskosten durch den Landkreis oder den Bund. Bürgermeister Peter Bergel hatte schon vorab klar gemacht, dass die Gemeinde kein Land für den Radweg kaufe, den der Bund baue.

Wirtschaftsweg bringt Nachteile

Hofmann, der in einem Schreiben seine Bedenken gegen den Vorschlag des Staatlichen Bauamts darlegte, geht es vorrangig um die Entflechtung von Rad- und Motorverkehr. Wird die Trasse als so genannter Wirtschaftsweg ausgewiesen, drohen den Rad- oder Rollstuhlfahrern Nachteile in Form von Verschmutzung und Behinderung. Die Befahrung durch schwere Land- und Forstmaschinen dürfte zudem zu baldigen Schäden führen.

Er kritisierte außerdem die bei der Präsentation nicht erwähnten Mittel, die seit dem vorigen Jahr bis 2024 für den Radwegebau zur Verfügung stehen, mit den Worten: "Wir sind über den Tisch gezogen worden." Mit Bezug auf das geplante Deutsche Fahrradwegenetz, verlangte Hofmann einen "sicheren und komfortablen Radweg". Bürgermeister Bergel gab zu bedenken, dass ein mehrfach gewünschter, straßenbegleitender Radweg "tiefe Einschnitte in die Landschaft erfordert".

Christian Erhard verwies auf nachzubessernde Details wie zum Beispiel eine vernünftige Anbindung in Bad Kissingen. "Wir können nicht einen Radweg über das Knie brechen, den auch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge nutzen", mahnte er. Dies wäre auch Vize-Bürgermeister Michael Röder "ein Dorn im Auge".

Wohnmobilstellplatz

Zu den bereits vorberatenen Investitionen des Finanzplans der Marktgemeinde zählt der Wohnmobilstellplatz in Wirmsthal, der keinen Bauantrag benötigt, wenn auf Ver- und Entsorgungsanlagen verzichtet wird. Bei einer Verlegung des Standorts muss der Grunderwerb allerdings aufgestockt werden, erinnerte Bergel. Zu dem von Bernhard Herterich und Christian Baumann angestoßenen Thema will der Rat in einer der nächsten Sitzungen einen Beschluss fassen. Für das von Ralf Ziegler angeregte, geplante Photovoltaik-Feld wird in Kürze eine Stadtortbesichtigung anberaumt.

Die Sanierung des "Rüter" verschob das Gremium gegen zwei Stimmen. Die dort erlassene Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h soll bestehen bleiben. Eine entsprechende Beschilderung ist den Straßen-Verhältnissen und der Beschaffenheit der Ansteige geschuldet. Der Beschluss passierte gegen drei Stimmen.

Blockheizkraft-Werk

Die CSU-Fraktion stellte zwecks ökologischer Energie-Orientierung einen Antrag auf den Bau eines Blockheizkraft-Werks und die Erlaubnis von Zisternen im Neubaugebiet "Neuländer Weg". "Dazu müssten alle dortigen Anwohner mitziehen. Einige werden wahrscheinlich ihre Energiefragen autark regeln wollen", vermutete Bergel. Der Zisternenbau wurde befürwortet. Für ein Blockheizkraftwerk sollte eine Machbarkeits-Studie vorliegen, forderten Heike Vogt und Michael Röder. Eine Vergabe an das Planungsbüro Kirchner lehnte der Rat jedoch mehrheitlich ab.