Mit der Sanierung des Hochbehälters Oberthulba sei das wohl teuerste Projekt der vergangenen Jahre fristgerecht zu Ende gebracht worden, sagte Bürgermeister Mario Götz bei einem Treffen mit Baudirektor Uwe Seidl vom Wasserwirtschaftsamt und Malte Feltel, Bauingenieur beim Planungsbüro Baurconsult. "Wir sind beim Trinkwasser auf dem neuesten Stand der Technik und können Top Werte vorweisen", sagte Götz und bedankte sich bei Seidl für die gute Unterstützung.

Mit einem Zuschuss von rund 700 000 Euro bei Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro sei der Markt Oberthulba gut gefahren, resümierte Seidl. Das in den 1980er Jahren errichtete Zwei-Kammer-Bauwerk sei mittlerweile marode gewesen. Es versorge immerhin 65 Prozent des Marktes Oberthulba mit einwandfreiem Trinkwasser. Beliefert würden von hier die Ortsteile Oberthulba, Hassenbach, Schlimpfhof, Reith und Wittershausen.

Für Rückfragen waren auch die Mitarbeiter Bernd Wald, Thomas Kolb und Wasserwart Matthias Zwecker mit dabei. Feltel ging vor der Besichtigung auf die Größe des Bauwerks, die Vorgehensweise bei der Sanierung und auf die verwendeten Materialien ein. So besteht der Hochbehälter aus zwei Wasserkammern mit je 375 Kubikmeter Fassungsvermögen. Die Sanierung erfolgte im laufenden Betrieb. Dazu sei zuerst die rechte Wasserkammer durch eine provisorische Schutzwand verschlossen und die linke Wasserkammer außer Betrieb genommen worden.

Die Schadstellen im Beton wurden abgeklopft und saniert, anschließend wurde eine mineralische Anti-Kondensatbeschichtung der Deckenuntersicht mit Tropfenstruktur im Nassspritzverfahren aufgetragen. Die Auskleidung der Wasserkammerwände und -böden erfolgte mit PE-Platten im Hydro-Click-System. Zur lufttechnischen Trennung der Wasserkammern wurden Edelstahlfensterelemente zwischen den bestehenden Stützen und auf der bestehenden Brüstung eingebaut. Im Untergeschoss des Bediengebäudes wurde die gesamte hydraulische Ausrüstung erneuert.

Der Dachstuhl des Gebäudes befand sich in gutem Zustand, die neue Eindeckung erfolgte mit beschichtetem Aluminiumblech. Der Eingangsbereich wurde neu gepflastert, der gesamte Hochbehälter erhielt eine neue Einfriedung mit Stabgitterzaun und Drehflügeltor. Neu ist auch der Schaltschrank zur Aufnahme der elektro- und steuerungstechnischen Komponenten wie Steuerungs- und Fernwirktechnik. "Durch die Fertigstellung der Baumaßnahme ist die Versorgung mit Trinkwasser aus dem Hochbehälter Oberthulba langfristig gesichert", sagte Feltel abschließend.