"Selbst mit vollen 80 Jahren ist der Zug nicht abgefahren". Der Reim charakterisiert den Mann, der am Mittwoch, 30. Juni, sein 80. Wiegenfest feiert - Otmar Pfister. Im Gemeindeteil Langendorf geboren, lenkte er als berufsmäßiger Bürgermeister ein Dutzend Jahre die Geschicke des Marktes, bevor er in den (Un)-Ruhestand ging.

Der Status Ruhestand sieht gewöhnlich anders aus als bei dem Neu-Achtziger, der heute noch als heimatkundlicher Chronist, Trimburg-Kenner und -führer und in Gremien des CSU-Orts- und Kreisverbands sowie in den heimischen Vereinen aktiv ist. Hervorgehoben sei sein Engagement für die Freunde der Trimburg, denen er seit rund 35 Jahren als Stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister und Schriftführer angehörte.

Der berufliche Werdegang Pfisters spiegelt sich in einem kontinuierlichen "emporarbeiten" wider.

Nach der Mittleren Reife legte er seine Lehre als Großhandelskaufmann ab. Es folgte eine achtjährige Dienstzeit bei der Bundeswehr, davon sechs Jahre als Rechnungsführer. Nach einem Verwaltungs-Aufbaulehrgang mit Abschluss Fachhochschulreife, ging er die Einstellungsprüfung zum gehobenen Verwaltungsdienst an. Seine dreijährige Ausbildung absolvierte der Langendorfer am Landratsamt Bad Kissingen, der Regierung von Unterfranken und der Finanzdirektion Würzburg sowie bei Verwaltungs- und Amtsgerichten.

Im Januar 1974 folgte die Ernennung zum Regierungsinspektor. Drei Monate später avancierte er für 16 Jahre zum Amtsleiter der Gemeinde Oerlenbach. Die berufliche Laufbahn des inzwischen zum Beamten auf Lebenszeit Ernannten führte über den Verwaltungsamtsmann und -rat zum Bürgermeister des Marktes Elfershausen. Diese Aufgabe erfüllte Otmar Pfister bis April 2002.

Doch nicht nur die Pflicht, auch zahlreiche Ehrenämter markieren den Weg des Geburtstagskindes. Vom CSU-Ortsvorsitzenden und Mitglied des Kreisvorstands, der Senioren-Union und des Gemeinderats Langendorf über die Stellvertretenden Bürgermeister des Marktes und Kreisrat, war er auch in den heimatlichen Vereinen ein gern gesehener Mitstreiter. So im Pfarrgemeinderat, im Johannis-Zweigverein, im Verein der Freunde der Johannes-Petri-Schule, beim Musikverein und beim Sportverein Langendorf. Hinzu kommen Partei-Ämter und Tätigkeiten in der CSU in großem Maße, die vom Kreisvorsitzenden der Jungen Union bis zum Kreisgeschäftsführer im CSU-Vorstand reichen.

Sein langes kommunalpolitisches Wirken, gepaart mit vielseitigen Vereins- und zahlreichen Ehrenämtern, vergalt die Bundesrepublik Otmar Pfister mit dem Bundesverdienstkreuz. Der Freistaat erkannte ihm die Kommunale Verdienstmedaille, der Landkreis den Kulturehrenbrief und die Dankesurkunde als Kreisrat zu. Der Markt Elfershausen dekorierte ihn mit der Ehrenbürgerschaft und dem Titel des Altbürgermeisters sowie der Bürgermedaille.

Die Wiedergabe aller Würdigungen würden diesen Rahmen sprengen. Deshalb sollen die Ehrenmitgliedschaft bei den Freunden der Trimburg, die Costemano-Medaille des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Dr.-Maria-Probst-Medaille des Arbeitskreises Burg Rothenfels und die Treuenadeln des Reservistenverbands und der Europa Union diese Liste beschließen.

"Den Rücken freigehalten"

Auch die Familie des engagierten Geburtstagskinds soll zur Sprache kommen. Otmar Pfister lernte seine spätere Frau Hildegard 1966 bei einem Wochenendseminar auf dem Heiligenhof kennen. Aus der harmonischen Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor, die im Dorf und in naher Umgebung beheimatet sind. Dem Opa und Ur-Opa gratulieren inzwischen fünf Enkel und ein Ur-Enkel zum "runden" Wiegenfest. Wert legte der Jubilar auf die Aussage, dass er dies alles nur mit seiner Gattin erreichen konnte, die ihm "den Rücken immer freihielt".