Der nasse Sommer hat den Wartmannsrother Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung erneut beschäftigt: Die Überschwemmungen am 5. Juni in den Gemeindeteilen Dittlofsroda und Windheim zeigten eindrucksvoll, dass im 53,5 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet etwas passieren muss. "Vor einigen Tagen war es schon wieder knapp", verwies Bürgermeister Florian Atzmüller zudem darauf, dass der 5. Juni kein einmaliges Ereignis war. Trotz einiger Einwände beschloss das Gremium am Ende einstimmig, in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt ein Konzept für ein Sturflutrisikomanagement in Auftrag zu geben. Die Kosten bezifferte Atzmüller auf 200 000 Euro, allerdings müsse die Gemeinde wegen staatlicher Zuschüsse nur ein Viertel davon selbst tragen.

Einzelne Gemeinderäte stellten durchaus den Nutzen eines solchen Konzepts in Frage, vor allem befürchteten sie, dass die Maßnahmen am Ende zum Beispiel wegen des Grunderwerbs scheitern. Verwaltungsleiter Daniel Görke berichtete jedoch aus Gesprächen mit anderen Kommunen, dass ein solches Konzept durchaus auch einfach umzusetzende Maßnahmen wie die Umleitung von Grüben beinhalte. Zudem sei die fachliche Untersuchung Voraussetzung für höhere Zuschüsse. Görke erinnerte daran, dass bereits ein Regenrückhaltebecken bis zu einer Million Euro kosten könne. Der Gemeindeanteil von 50 000 Euro für ein Gutachten könne sich also schnell amortisieren.

Bürgermeister Atzmüller schilderte, dass er in der vergangenen Woche mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes in Dittlofsroda und Windheim unterwegs war. Das Sturzflutrisikomanagement schließe nicht nur öffentliche, sondern auch private Flächen ein. Ein Konzept sei also auch eine Absicherung für die Gemeinde und die Grundlage für konkrete Verhandlungen mit Eigentümern. Atzmüller geht davon aus, dass die Ausarbeitung des gesamten Konzepts bis zu zwei Jahre dauert. Deshalb legte der Gemeinderat fest, dass erste einfache Maßnahmen schon angegangen werden, bevor das endgültige Ergebnis vorliegt.

Zudem soll innerhalb des Gutachtens möglichst schnell ein Hochwasserschutzkonzept für den Gemeindeteil Windheim erarbeitet werden, weil dort der Ausbau der Ortsdurchfahrt und des Dorfplatzes anstehe. In der Sitzung wurde dazu auch ein aktualisierter Plan vorgestellt, in dem auf einen Baum im vorderen Bereich des Platzes, auf einen teil der Pflasterflächen und auf einen separaten Weg am Brunnen verzichtet wird. Damit seien die Wünsche aus der Bürgerbeteiligung berücksichtigt, sagte Atzmüller. Der neue Plan steht auf der Gemeinde-Homepage unter Gemeinde/Amtliche Bekanntmachungen online.

Hochwasserschutz für die Grundschule

Ganz konkret ums Thema Hochwasserschutz ging es bei der Vergabe von Arbeiten an der Grundschule Dittlofsroda: Dort soll zum einen eine Prellwand an den Lichtschächten aufgebaut werden. Zudem sollen zwei Meter breite Betonblöcke mögliche Sturzfluten vom Gerstenberg ableiten. Die Gemeinde reagiert damit ganz konkret auf die Überschwemmungen vom 5. Juni. "Das muss man vor Ort sehen", antwortete der Bürgermeister auf Nachfragen, wie die Betonblöcke genau gestellt werden. Für Bänke auf den Blöcken hofft Atzmüller auf Eigeninitiative. Der Gemeinderat bewilligte insgesamt 16 500 Euro für die Prellwand und bis zu fünf Blöcke. Die Verwaltung soll jedoch noch klären, ob weniger und günstigere Betonblöcke vielleicht auch ausreichen.

Rechnungsprüfung Gemeinderat Gabriel Vogt stellte das Ergebnis der Rechnungsprüfung für das Jahr 2000 vor. Ein Schwerpunkt seien die gemeindlichen Versicherungen gewesen, unter anderem regte der Prüfungsausschuss an, dass 25 Jahre alte Feuerwehr-Fahrzeuge vermutlich keine Vollkasko-Versicherung mehr benötigen. Besonderes Lob gab es dafür, dass die Verwaltung offene Forderungen konsequent eintreibe. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED habe die Stromkosten halbiert, größter Energieverbraucher in der Gemeinde seien die Kläranlagen. Der Gemeinderat segnete den Abschlussbericht und die Entlastung des Bürgermeisters jeweils einstimmig ab.

Feuerwehr Weil wegen der Corona-Pandemie lange keine Dienstversammlungen möglich waren, hat der Gemeinderat Alexander Heim zum Not-Kommandanten der Feuerwehr Schwärzelbach bestellt. Er bleibt bis Mai 2022 oder bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt.

Bundestagswahl Der Gemeinderat legte die Entschädigung für die Helfer der Bundestagswahl auf 25 Euro fest.rr