Das Entsetzen in Fuchsstadt ist immer noch groß: "Ich wollte es gar nicht glauben", sagt Alt-Bürgermeister Peter Hart über den plötzlichen Tod von Manfred Öftring. Der amtierende Bürgermeister René Gerner hatte Öftring sogar an dessen Todestag noch getroffen: Im "Eulentreff", der Begegnungsstätte der Gemeinde, habe er mit Öftring über Pläne gesprochen. "Wenige Stunden später war er tot", berichtet Gerner schockiert. Öftring bleibe für ihn immer der "Vater des Eulentreffs", betont der Bürgermeister. Auch viele andere Projekte und Vereine unterstützte Manfred Öftring. Heute vor einer Woche, am 23. September, starb er im Alter von 66 Jahren.

Bereits eineinhalb Jahre vor der Kommunalwahl im Jahr 2020 habe Öftring beschlossen, nicht mehr anzutreten, erzählt Peter Hart. "Er war 24 Jahre im Gemeinderat und wollte mehr Zeit fürs Privatleben haben", sagt der frühere Fuchsstädter Bürgermeister, und: "Ich bedauere von Herzen, dass er so früh aus dem Leben gerissen wurde." 1996 wurde Manfred Öftring erstmals für die CSU in den Gemeinderat gewählt. Ab 2002 war er Harts Stellvertreter. "Wir haben sehr gut zusammengearbeitet und uns oft ausgetauscht", berichtet der ein Jahr ältere Peter Hart. Öftring sei in den 18 Jahren immer ein loyaler Stellvertreter gewesen und habe ihn auch persönlich unterstützt. "Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir sind uns immer im Guten begegnet."

Bau der Kapelle federführend begleitet

Alt-Bürgermeister Hart lobt Manfred Öftring als "organisatorisches Talent": "Er stand mit beiden Beinen im Leben", charakterisiert er den Verstorbenen, und: "Ihm war immer wichtig, den Ort voranzubringen." Eines der vielen Projekte, die Öftring federführend übernahm, war die neue Dreifaltigkeitskapelle "Am Heinig". In den Jahren 2012 und 2013 koordinierte Öftring als 2. Bürgermeister rund 1400 Arbeitsstunden von 35 freiwilligen Helfern und lokalen Firmen. Zuvor hatte er das Projekt gegen Widerstände verteidigt. Im Verein "Dreifaltigkeitskapelle Am Heinig" übernahm er den Vorsitz, sammelte Spenden für den Andachtsraum und sorgte dafür, dass die Baukosten durch Eigenleistung unter 40 000 Euro lagen.

Aufgewachsen in Schraudenbach

Besonders froh war Hart, als sein Stellvertreter das Mehrgenerationen-Projekt Eulentreff übernahm. "Er war jeden Tag dort", lobt auch der aktuelle Bürgermeister René Gerner. "Was Manfred Öftring für die Gemeinde geleistet hat, ist unbeschreiblich", sagt Gerner. Er habe zum einen den Arbeitern Kaffee und Kuchen gebracht, zum anderen aber auch bei handwerklichen Arbeiten selbst mit angepackt. "Sein Tod ist ein ganz herber Verlust für den Ort."

Manfred Öftring wurde am 1. Dezember 1954 geboren und wuchs in Schraudenbach auf. 1976 heiratete er seine Frau Monika und zog nach Fuchsstadt. 1983 bauten sie sich ein eigenes Heim in der Gräfenbrunner Straße auf. Manfred Öftring war auch passionierter Musikant: Bis zuletzt spielte er das Tenorhorn. Am 1. Dezember - also an seinem Geburtstag - 1979 gründete er mit anderen nach einem Ständchen die Fuchsstädter Musikanten. "Er war Gründungsvorsitzender bis 1985, danach leitete er bis 2003 als Dirigent die Kapelle", erzählt Schwiegersohn Tobias Pfülb, der heute den Musikverein leitet. Manfred Öftrings Sohn Markus steht mittlerweile am Dirigenten-Pult. "Manfred Öftring hat uns dahin geführt, wo die Fuschter Musikanten heute stehen", würdigt Tobias Pfülb die Verdienste seines Schwiegervaters. Als Ehrendirigent sei Manfred Öftring auch bei seinen Nachfolgern immer wieder eingesprungen, wenn Not am Mann war. Er sei ein großes Zugpferd für den Musikverein gewesen, habe aber auch allen anderen Ortsvereinen angehört. "Er stand immer zu seiner Meinung und war im Ort sehr anerkannt", sagt Pfülb. Deshalb sei es selbstverständlich, dass ihm die Blaskapelle bei der Urnenbeisetzung heute, Donnerstag, 30. September, ab 14.30 Uhr die letzte Ehre erweise.

Erfolglose Reanimationsversuche

Beruflich war Manfred Öftring als Führungskraft in der Versicherungsbranche tätig. Mit 60 ging er in den Vorruhestand. Nach Angaben der Familie brach er am 23. September nach einer Wanderung am Kreuzberg auf dem Weg zurück zum Auto zusammen. Reanimationsversuche von Ersthelfern und Rettungsdienst blieben erfolglos. Manfred Öftring hinterlässt neben seiner Frau Monika zwei Kinder und drei Enkel.