Die drei Häuser Nummer 14, 12 und 10 in der Hammelburger Straße stehen schon seit mehreren Jahren leer. Doch das Gebäude-Trio mit dem ehemaligen Hotel- und Gaststättenbetrieb hat eine aussichtsreiche Zukunft vor sich. Es soll Verwaltungssitz werden.
In einem Wettbewerb haben Architekten ausgetüftelt, wie die Häuser zum Rathaus umgebaut werden können. Eine gar nicht so einfache Aufgabe, wie Gregor Bäumle bei der Vorstellung der Siegerentwürfe erklärte. "Es ist immer einfacher, ein Gebäude auf der grünen Wiese zu bauen, als in den Bestand einzupassen", sagte der Vorsitzende der Preisjury. Wie die Wettbewerbsergebnisse zeigen, ist eine Verlagerung des Rathauses in die Hammelburger Straße aber möglich. Die nach Meinung der Jury beste Lösung hat das Architekturbüro Lieb+Lieb aus Freudenstadt gefunden.

Gebäude bleiben stehen

Der Entwurf zeichnet sich durch Wirtschaftlichkeit und Reduziertheit aus, erklärte Bäumle. "Der Vorschlag ist dem Ort und der Aufgabenstellung angemessen." Alle drei Gebäude bleiben erhalten. Zur Straße hin weist ein Eingangsportal den Komplex als Rathaus aus und hebt ihn von den Nachbarhäusern ab. In einem Anbau an der Rückseite findet der Sitzungssaal Platz, ansonsten bleibt der Hof frei. Eine "klare Auffindbarkeit" und "kurze Wege" seien die Grundgedanken hinter seinem Vorschlag, sagte Architekt Gerhard Lieb.
Die Jury aus Fachleuten, der Bürgermeisterin und Vertretern des Gemeinderats haben ihm den ersten Platz und ein Preisgeld von 10 800 Euro zugesprochen. "Es ist erstaunlich, dass die Entscheidung der Fachleute identisch war mit dem Urteil der Vertreter der Bürgerschaft", meinte Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU). Auch die weiteren Platzierungen hatte die Jury einstimmig entschieden.
Der zweite, mit 8 100 Euro dotierte Preis ging an das Büro Holl Wieden, und den dritten Preis sowie 5 400 Euro bekam das Architekturbüro Jäcklein. Darüber hinaus können sich zwei weitere Teilnehmer über Anerkennungen und jeweils 1350 Euro freuen.
Der Siegerentwurf bildet die Grundlage für die Planung der Rathausverlegung. Bis zur konkreten Umsetzung wird es aber noch etwas dauern: Die Gemeinde will Fördermöglichkeiten ausloten, und der Umbau verlangt eine detaillierte Planung. 2017 ist wohl ein realistischer Termin. Die Gemeinde braucht auf alle Fälle ein neues Verwaltungsgebäude, wie Schießer deutlich machte. Sie beschrieb den Zustand des jetzigen Rathauses als desolat. Das Gebäude sei zu klein und brauche eine Sanierung. Außerdem ist es nicht behindertengerecht und liegt abseits des Ortskerns.
Der Wettbewerb beschränkte sich nicht auf die drei leer stehenden Gebäude. Gefragt waren auch Ideen für das benachbarte Quartier mit Kirche, Museum, Feuerwehrhaus, Kindergarten und Bauhof. Diesen Ideenteil, der als Anregung für die Zukunft dient, prämierte die Jury separat. Den ersten Preis mit 4800 Euro bekam die Riehle+Assoziierte GmbH, den zweiten Preis und 3600 Euro das Büro hjparchitekten. Der Siegerentwurf will das Quartiersareal in eine großzügige Gartenanlage verwandeln. Zu diesem Zweck empfiehlt er unter anderem, dass ein kleineres Seminargebäude das klotzige Feuerwehrhaus ersetzen soll. Und statt des Bauhofs entstünde ein nach hinten versetzter Gebäuderiegel. Das alles sind aber Ideen für die Jahre nach der Rathausverlegung.