Seit Frühjahr 2017 arbeitete die unterfränkische Naturschutzverwaltung im Rahmen des EU-Netzes Natura 2000 an der Kartierung des Schutzgebietes Sodenberg-Gans und an einem Maßnahmenkatalog zur Sicherung oder Wiederherstellung günstiger Erhaltungszustände der dortigen Pflanzen- und Tierwelt sowie deren Lebensräume. Die Ergebnisse wurden von der Höheren Naturschutzbehörde der interessierten Öffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt.

Natura 2000 ist ein 1992 von der Europäischen Union beschlossenes Schutzgebietsnetz zum Erhalt besonders schützenswerter, wild lebender Pflanzen- und Tierarten, deren natürliche Lebensräume durch das Schutzgebietssystem gesichert werden sollen. Das Gesamtareal ist nach Aussage der bei der Regierung von Unterfranken verantwortlichen Projektleiterin Celine Sorgatz das größte Naturschutzgebiet der Welt.

"Wir haben ein massives Artensterben und müssen dringend Gegenmaßnahmen ergreifen", leitete die Biologin ihren Vortrag über den Managementplan für das fast 500 Hektar große Schutzgebiet Sodenberg-Gans ein, für das die Landkreise Main-Spessart und Bad Kissingen über die zuständigen Gemeinden Gräfendorf und Hammelburg verantwortlich sind.

Anhand der in den vergangenen zwei Jahren vorgenommenen Kartierung stellte Sorgatz sieben verschiedene Lebensräume innerhalb des Schutzgebietes vor, zu deren Erhalt jeweils bestimmte Maßnahmen notwendig oder zumindest empfehlenswert sind. So sei zum Beispiel eine Entbuschung und Gehölzrücknahme bei den Wacholderheiden auf einer Gesamtfläche von nur 0,9 Hektar ebenso notwendig wie eine einmalige Sommermahd oder ersatzweise eine Beweidung.