Detlev Tolle, damals noch Vizepräsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, seit 1. August Polizeipräsident von Unterfranken, war der bislang letzte Gast beim Frobenius-Forum, das der Verein der Freunde des Hammelburger Gymnasiums veranstaltet. Das war im Oktober 2019. "Coronabedingt konnten 2020 keine Vorträge stattfinden", sagt Rita Schaupp, stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises. Umso mehr freut sie sich auf den Vortrag heute, Mittwoch, 13. Oktober: Ab 19 Uhr spricht Prof. Dr. Marcel Romanos in der Aula zum Thema "Prävention von psychischen Erkrankungen in der Schule".

"Nachdem Abiturienten dem Landtag eine Petition zum Umgang mit Depressionen von Schülern und Schülerinnen vorgelegt hatten, legte Kultusminister Michael Piazolo einen Zehn-Punkte-Plan mit intensiver Fortbildung von Lehrkräften vor", berichtet Rita Schaupp zur Entstehung des Vortrags. Die Informationsveranstaltung solle Aufklärungsarbeit leisten. Die Probleme bei Schülern nach dem Corona-Shutdown zeigten sich durch massive Nachfrage an den Beratungsstellen. "Professionelle Hilfe ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden", berichtet Schaupp.

Ehemalige und Experten

Prof. Romanus ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Er stehe beruflich in engem Kontakt mit Prof. Manfred Gerlach, dem Vorsitzendes des Vereins der Freunde des Frobenius-Gymnasiums. Von ihm stamme auch die ursprüngliche Idee zum Frobenius-Forum. "Die Vortragsreihe soll Bindeglied zwischen Schulfamilie und Förderverein sein und die Bedeutung des Vereins unterstreichen", berichtet Rita Schaupp. Neben ehemaligen Schülern, die über ihren Berufsweg berichten, würden renommierte Fachleute zu relevanten Themen eingeladen. Die Bandbreite reiche von Gehirndopping über Gedächtnistraining oder Essstörungen bis zur Moraltheologie.

Prof. Romanos ist unter anderem einer der Leiter des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit. Psychische Erkrankungen wie depressive Störungen und Angsterkrankungen treten in Deutschland, der EU und weltweit immer häufiger auf und sind bei Erwachsenen immer häufiger der Grund für Krankschreibungen. Psychische Auffälligkeiten zeigt laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts jeder fünfte Junge und jedes siebte Mädchen.

Die Infoveranstaltung soll am Beginn weiterer Projekte stehen, "die Schule und Psychiatrie in gemeinsamer Verantwortung sehen, um wertvolle und umfangreiche Aufklärungsarbeit zu leisten", heißt es in der Ankündigung. In dem Vortrag sollen Ursachen von psychischen Erkrankungen besprochen werden. Weiterhin werde auf die Bewältigung von bestehenden psychischen Problemen der Schüler eingegangen. Durch diese Aufklärung sollen die Ressourcen der Schüler gestärkt und die Entstehung von psychischen Symptomen von vorneherein verhindert werden.

Anmeldung auf der Homepage

Aktuelle Infos zum Vortrag, insbesondere zu den gültigen Infektionsschutzmaßnahmen, werden auf der Homepage der Schule unter www.frobenius-gymnasium.de bereitgestellt. Dort sind auch Anmeldungen möglich. Die Anmeldung soll helfen, die vermutliche Zahl der Besucher abzuschätzen und die in der Verordnung geforderten Daten zu erheben. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.