Ein Turmfalke hat in der vergangenen Woche in Wittershausen für einen und kuriosen Einsatz der örtlichen Feuerwehr gesorgt. Der zehnjährige Manuel Zimmermann hatte auf dem Weg zu seinem Freund das hektische Flügelschlagen des Greifvogels an einem Dachvorsprung eines Wohnhauses in der Sankt-Georg Straße wahrgenommen und dessen Notlage richtig erkannt: Er steckte in einem Spalt fest.

Schnell lief er zurück zum Elternhaus und informierte seinen im Home-Office befindlichen Vater über die missliche Lage des Turmfalken. "Papa, hat meistens schnell einen Rat für Alles parat", sagt der junge Wittershäuser Bub.

Damit lag er richtig: Sein Vater nahm unverzüglich Kontakt mit dem örtlichen Feuerwehr-Kommandanten Elmar Sell auf. Dieser leitete in kürzester Zeit die Rettungsaktion für den Greifvogel ein.

Schnell war das Feuerwehrauto mit Rettungsleiter vor Ort und Feuerwehrmann Dominik Sell befreite den Vogel behutsam aus seiner misslichen Lage. Der Turmfalke war anscheinend während eines Beutezuges in diese Notlage gekommen.

Als sogenannter Griffhalter, der seine Beute mit den Fängen packt und dann mit einem Biss in den Nacken tötet, verfolgte er wahrscheinlich einen flüchtenden Vogel in einen immer kleiner und enger werdenden Holzschlitz unter dem Dachvorsprung. Sein Jagdverhalten wurde ihm in diesem Fall zum Verhängnis.

Weil sich Turmfalken sehr oft Dörfer und sogar auch größere Städte als Lebensraum aussuchen, sind sie der Öffentlichkeit relativ vertraut. Kirchtürme, alte Bäume und alte Gebäude werden gerne zum Brüten benutzt. "Dieser Einsatz wird in der fast 150-jährigen Vereinsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wittershausen für die Chronik und Historie unvergessen bleiben", meint der Kommandant Elmar Sell.