Mit Gelöbnis und Unterschrift gründete sich am 17. Februar 1871die Feuerwehr Oberthulba. 70 Einwohner bekräftigten damit, sich im Ernstfall für ihre Nächsten einzusetzen. Dieses Ereignis jährt sich zum einhundertfünfzigsten Male, so dass an diesem Wochenende in Oberthulba groß gefeiert werden sollte. Doch aufgrund der Pandemiesituation entschloss sich die Wehr im Februar dazu, das für Juni angesetzte Fest abzusagen. Nun soll das Jubiläum im kommenden Jahr nachgefeiert werden.

Lange Kommandantenreihe

Für die Gründung der Wehr vor 150 Jahren war Hauptlehrer Franz Karl Katzenberger verantwortlich. Erster Kommandant war von 1871 bis 1874 Andreas Schneider. Damals in vielen Ortschaften üblich, übernahm Anfangs der Bürgermeister, damals Adam Wehner, den Posten des Vorsitzenden. In den zurückliegenden 60 Jahren der Wehr waren die Kommandanten: Franz Zeisberger (1961-67), Herbert Neder (1967-72), Herrmann Schlereth (1972-77), Josef Waldner (1977-94), Ulrich Marx (1994-2008), Rainer Wanitschka (2008-20) und Lukas Zwecker (2020 bis heute).

Eimer wichen Hightech

In den vergangenen 150 Jahren hat sich vieles verändert. Nachdem anfänglich mit Eimern und manuell zu betätigenden Druckspritzen der Brandschutz sichergestellt wurde, hielt in den zwanziger Jahren die Modernisierung mit dem Kauf des ersten motorisierten Löschgerätes Einzug in Oberthulba.

Heute haben sich die Aufgabenschwerpunkte der Stützpunktwehr im Markt Oberthulba wesentlich verändert. Nicht mehr die Brandbekämpfung, sondern die technische Hilfeleistung - etwa bei Unfällen bildet mittlerweile den Einsatzfokus. Durch den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Schlimpfhofer Straße wurden die notwendigen Räumlichkeiten dafür geschaffen. Nach dessen Einweihung im Mai 1990 erweiterte die Wehr ihr Equipment nach und nach. Durch den Kauf eines Löschgruppenfahrzeugs LF16/12 im Jahre 1994, welches in den nächsten zwei Jahren durch ein HLF20 ersetzt wird, nahm der Anteil an technischer Hilfeleistung stetig zu.

Moderne, gut ausgerüstete Truppe

Mittlerweile präsentiert sich die Oberthulbaer Feuerwehr unter ihrem Kommandanten Lukas Zwecker und Vorstand Tiemo Stürzenberger mit modernen Gerätschaften und einer schlagkräftigen Truppe. So verfügt die Wehr aktuell neben dem Löschgruppenfahrzeug LF16/12 über ein Tanklöschfahrzeug TLF4000, einem Gerätewagen Logistik, sowie einem Verkehrssicherungs- und einem Mehrzweckanhänger. Noch im Juni wird der Fahrzeugpark nun durch ein neues Mehrzweckfahrzeug vervollständigt.

Die Wehr zählt aktuell 175 Mitglieder, davon sind 55 Feuerwehrdienstleistende, 7 Feuerwehranwärter und 14 Kinder in der Kinderfeuerwehr. Seit Januar 2020 lenken die Brüder Lukas und Matthias Zwecker die Geschicke der aktiven Wehr. Sie traten in die Fußstapfen ihres Vaters Herbert Zwecker, welcher von 1977 bis 2006 als stellvertretender Kommandant und von 1994 bis 2006 als erster Vorstand maßgeblich an dem Veränderungsprozess in der Freiwilligen Feuerwehr Oberthulba beteiligt war.

Ein zentrales Thema der vergangenen Jahren ist die Nachwuchsgewinnung. Eine Informationsveranstaltung im März 2020 zum Thema Kinderfeuerwehr zeigte, dass die Floriansjünger auf dem richtigen Weg sind. Über dreißig Kinder kamen damals mit ihren Eltern zum Feuerwehrhaus in Oberthulba und hörten sich das Konzept für die Zukunft an.

Kinderfeuerwehr in Oberthulba entstanden

Leider kam alles anders, wie geplant. Nichtsdestotrotz haben in den vergangenen Monaten die Kameradinnen und Kameraden am Konzept weitergearbeitet. Zentrales Thema war der Bau des Kinderfeuerwehrautos. Finanziert durch Spenden aus der Ortsbevölkerung und vielen Firmen aus dem Umkreis wurde vor kurzem ein Fahrzeug, speziell auf die Bedürfnisse von Kindern konzipiert und fertiggestellt.

In Kleingruppen unter Berücksichtigung diverser Vorgaben und Vorschriften, sind mittlerweile alle Vorbereitungen für einen baldigen Start der Kinderfeuerwehr Markt Oberthulba abgeschlossen.

Geplant war, das Kinderfeuerwehrauto und das neue Mehrzweckfahrzeug beim Fest einzuweihen. Durch die Absage der Feier, die die Organisatoren für den 12.-14. Juni geplant hatten, war das jedoch nicht möglich. Nun sollen die beiden Fahrzeuge im kleinen Rahmen eingeweiht werden.

Floriansjünger hoffen auf Normalität

Von der Pandemie lassen sich die Floriansjünger dennoch nicht unterkriegen. Die Wehrleute warten auf Lockerungen, so dass ein normaler Übungs- und Ausbildungsbetrieb, aber auch wieder diverse gesellige Veranstaltungen möglich sind.

Das ausgefallene Feuerwehrfest möchte die Wehr ins kommende Jahr verschieben. Angedacht ist der Zeitraum vom 17. bis 19. Juni. Dann soll auch das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug eingeweiht werden.