Bereits im zwölften Jahr gibt es das Hammelburger Höflesfest. Sieben Höfe öffneten sich diesmal zum gemütlichen Verweilen. Der Wein aus dem Saaletal und heimische Speisen lockten die Gäste genauso wie die wechselnde musikalische Untermalung. Ein Fest also für alle Sinne. Obendrein gab es vor dem Abend Führungen durch Weinkultur und Stadtgeschichte.

Der Männergesangverein Hammelburg setzte den musikalischen Auftakt bei der Eröffnung auf dem Marktplatz. Die Besucher hatten Glück, dass der Abend angenehme Temperaturen verbreitete und regenfrei blieb. Trotzdem gab es den größten Zulauf erst nach Einbruch der Dunkelheit.

"Die Leute sitzen heuer lieber auf den Straßen", stellte Elfriede Böck vom Amt für Tourismus und Kultur fest. Die Tische und Bänke standen zum Beispiel in der Winzergasse vor dem Haus der Familie Müller und der angrenzenden Oberen Stadtmauer großflächig verteilt.

"Der Anteil der auswärtigen Besucher hat enorm zugenommen", bestätigte Böck. Damit meinte sie nicht nur die Gäste aus den benachbarten Gemeinden, sondern auch aus den Landkreisen Main-Spessart, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie die Besucher aus Hessen. Gerade der Raum Fulda habe eine lange historische Beziehung zu der Saalestadt, ging doch der Hammelburger Wein rund 1000 Jahre lang regelmäßig nach Fulda.

"Wir lieben das Altstadtflair von Hammelburg und genießen es", sagen Gäste aus Hessen. Sie kosteten Silvaner, Müller-Thurgau oder Domina. Mit der ganzen Verwandtschaft samt Hündchen "Ben" ist eine Frau aus Bad Kissingen gekommen.


Vorfreude auf viele Begegnungen

"Endlich kann ich das Höflesfest mal als Besucher erleben", sagte Angelika Beichel. Die Familie, die zu den Mitbegründern des Fests gehört, hielt diesmal aus familiären Gründen ihren Hof geschlossen.

Viele Besucher freuten sich auf ein Gespräch mit Bekannten und Freunden. "Der Termin Mitte August ist im Herzen vorgemerkt", meinten sie und merken an: "Wer wird denn dann ausgerechnet in den Urlaub wegfahren?" Unter den Auswärtigen bildeten sich oft spontane Fahrgemeinschaften.

Voller Gäste war der Rineckerhof, der bereits zum zweiten Mal öffnete. "Rinecker Haus - ein Anwesen im Wandel der Zeit", hieß es auf einer Hinweistafel. "Den Leuten gefällt es hier", stellte Maria Rinecker erfreut fest. Ihre Gäste standen Schlange für die heimischen Spezialitäten, besonders für die Wildschwein-Wurst aus der näheren Region.

Neugierig waren die Besucher auch auf das neue Wohnheim der Lebenshilfe. Dessen Innenhof zum ersten Mal beim Höflesfest zugänglich war. Dort lockten Eintopf und leckere Brotaufstriche. Weitere Stationen für einen beschaulichen Halt waren der Brennereihof Fella, der Forstamtshof, das Deutsche Haus samt Wandelbar und der Innenhof von Stadtcafé und Einhorn-Apotheke.

Neben verschiedenen Eintöpfen fanden regionale Spezialitäten wie Dätscher, Winzerkäse, Gerupfter, Knobeline, Zwiebelplootz, Kartoffelstangen, Schnitzelbrötchen, Winzerburger, Karthäuser Klöße mit Weinschaum-Creme, Veganlinge, Streichkäse, Schinken im Brotteig, Gulaschsuppe oder gebackene Süßigkeiten begeisterte Abnehmer. Verhungern musste also keiner.

Für die musikalische Untermalung sorgten bekannte Gruppen und Solisten: Matthias Übel, Konrad Albert, "Mr. Cadillac", Rhöner Blechle, "DAB - die andere Blasmusik", "Wasserlöser Pfannenflicker", der MGV Hammelburg und die "Stammtischmusik Ballingshausen".