Das Ende der Innensanierung des alten Schulhauses steht in wenigen Wochen bevor. Mit der Fertigstellung und Neugestaltung steht fünf Stadtteil-Vereinen das Gebäude für ihre Zwecke zur Nutzung. Dafür haben sich die Vereinsmitglieder mit bisher 2200 Stunden eingebracht.
"Im Oktober ziehen wir auf jeden Fall ein", verspricht Stadtrat und Ortssprecher Bernd Hüfner, der jeden Samstag am "Tatort" zu finden ist, um selbst mit anzupacken. Vor dreieinhalb Jahren begannen die Arbeiten. Dabei erhielt das 1850 erbaute Schulhaus eine komplett neue Innenverkleidung und aktuellen Brandschutz, für den die Decken abgehängt, neue Brandschutztüren und Fenster eingebaut wurden.


Holzfußboden wird erhalten

Die Wände sind mit einer dämmenden Innenfolie isoliert, die eine Raufaser-Tapete bedeckt. Einen zweiten Fluchtweg wollen die Helfer in den nächsten Wochen durch einen Fensterausbruch installieren. "Den Holzfußboden im Obergeschoss wollen wir allerdings erhalten. Es wäre zu schade ihn wegzuwerfen", merkt Hüfner an.
Das bringt natürlich Arbeit mit sich. Die alten Bretter müssen gesäubert, abgeschliffen und eingelassen werden. Die junge Theresa Gerlach, die einen Teil dieser Aufgaben übernahm, kann ein Lied von der mühevollen Arbeit singen. Erneuert wurde auch die Heizung. Früher mit von Hand gefüllten Öl-Öfen versehen, sorgt jetzt eine moderne Gasheizung für wohlige Wärme in den Räumen.
Auch die marode Holztreppe ins Obergeschoss rissen die Helfer ab und erbauten im unteren Treppenteil einen stabilen Betonaufstieg, im oberen Abschnitt eine Stahlkonstruktion, die noch mit Eichenbohlen belegt wird. Der Raum für die Untererthaler Musikanten erhielt sogar eine Akustik-Decke.


Umfeld wird auch hergerichtet

Neben den Musikern kann hier der Gesangverein seine Proben und die Untererthaler Karnevals-Gesellschaft ihre Sitzungen abhalten und die Räume als Depot nutzen. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft weiß sich im neugestalteten Heim ebenfalls gut aufgehoben. Der Obst- und Gartenbauverein erhält das Nebengebäude, dessen Außenfassade und Dach - ebenso wie beim Hauptgebäude - noch zu sanieren ist.
Und dann wartet noch mehr Arbeit. Denn das Umfeld um Schulhaus und Kirche soll im Rahmen der Dorferneuerung ebenfalls neu hergerichtet werden und die fleißigen Helfer wollen mit Zupacken Baufeldfreiheit schaffen.


Tag der offenen Tür

"Die Maßnahme ist mit 320 000 Euro kalkuliert. Doch bleiben wir voraussichtlich unter dieser Summe, weil sich die Vereine mit wesentlich mehr Eigenleistung einbrachten als angenommen", vermutet Hüfner. "Beim Weihnachtskonzert am 4. Adventssonntag wollen wir bei einem Tag der offenen Tür die Möglichkeit zur Besichtigung geben", fügt er hinzu.
Jedoch liegt vom Einzug bis zur offiziellen Übergabe noch eine Zeitspanne intensiver Arbeit. Ein Schimmer der Komplett-Fertigstellung zeigt sich bereits, womit ein fast 170 Jahre altes, historisches Gebäude dem Verfall entrissen und einem sinnvollen Nutzen zugeführt wurde. "Ich bin im letzten Schuljahrgang 1971/ 72 hier noch zur Schule gegangen, die danach schloss und leer stand", erinnert sich Hüfner.
Anschließend provisorisch von den Vereinen genutzt, brachte die Stadt bis in die 80er Jahre hier auch eine Gemeindekanzlei unter. Nach der Gesamt-Fertigstellung dürfte hinter der Kirche ein Schmuckstück entstanden sein, auf das Untererthal stolz sein kann.