Die "75er" feierten ihr Jahrgangs-Treffen mit einem gemeinsamen Wochenende im Markt Oberthulba wo sie einst die Volksschule besuchten.
Viele, die im süddeutschen Raum und in anderen Teilen Deutschlands eine neue Heimat fanden, reisten mit ihren Lebenspartnern an, um mit vielen Schulkameraden ein Wiedersehen in der Umgebung ihrer Kindheit zu feiern. Alle fünf Jahre vereinbart der Jahrgang 1940 ein Klassentreffen, das Hannelore Schmitt organisiert. "Diese Tradition soll nicht sterben", sind sich die Ehemaligen bei Kaffee und Kuchen im "Hexenhaus" einig - auch wenn sich die Reihen der Ex-Schulkameraden gelichtet haben - denn sieben der insgesamt 16 Ehemaligen sind bereits verstorben.
Bei einem spöttisch-humorvollen Mundartvortrag über ein Klassentreffen auf der Veranda des Ausflugsziels, tauchten die Erinnerungen an die Schulzeit wieder auf. "Naturkundeunterricht - den gab es damals noch in der Natur und gesundes Pausenbrot war seinerzeit eine unbekannte Größe. Wir waren froh, dass wir 1946 an der Schulspeisung teilnehmen durften um überhaupt etwas zu essen zu haben", weiß Margit Schärpf noch, die heute in Untereschenbach wohnt.
Sie kam als Vertriebene mit ihrer Mutter, eine Kriegswitwe und vier Geschwistern aus Marienbad zunächst nach Hammelburg. "Von hier wurden wir verteilt. Wir kamen mit einem Holzvergaser-Lkw nach Oberthulba, wurden an der Gaststätte abgeladen und dann privaten Wohnungen zugewiesen", erinnert sie sich.

Wiedersehen vereinbart

"Nun gut, diese Zeiten sind vorbei", endet sie und will "auf jeden Fall noch das zehnte Klassentreffen erleben" - dieses wäre im Jahr 2020. Das ist auch der Wunsch der anderen Ehemaligen, die am Abend das Brunnenfest im Markt besuchten und nach dem sonntäglichen Kirchgang und einem Friedhofsbesuch ihr Wiedersehen ausklingen ließen.