Vorbei sind die Zeiten, als Frater Pius und die Brüder im Klostergarten Gemüse anbauten und Obst ernteten, um die Früchte ihrer Arbeit in der eigenen Küche zu verwenden. Auch die Blumen in den Beeten sind längst verwelkt und die ehemalige Lateinschule im Nebenbau stellte ihre Funktion schon vor vielen Jahrzehnten ein. Nach Aufgabe des Klosters Altstadt wurde das große Grüngelände quasi zur Einöde.

Im Rahmen der Mittelvergabe aus dem Regionalbudget der Allianz Fränkisches Saaletal führte die Ortseinsicht zum ehemaligen Klostergarten, der - mehrere Jahre brach liegend - nun eine Aufwertung erhält. Das von alten Steinmauern begrenzte Areal soll künftig den Kurs-teilnehmern der Bayerischen Musikakademie und der Öffentlichkeit zugeführt werden.

Eine neue Pforte und Waldsofas

Wie Allianz-Manager Holger Becker erläuterte, wurde der untere Gartenbereich von den Franziskanern als Nutzgarten betrieben. Im oberen Areal befand sich eine Streuobstwiese und ein Bienenhaus. Durch die Sanierungsarbeiten am Klostergebäude wurde der gesamte Garten in Mitleidenschaft gezogen und sah aus "wie eine Mondlandschaft".

Das soll sich jetzt ändern. Es wäre auch zu schade, den früheren Klostergarten seinem Schicksal zu überlassen. Ein Anfang ist dank des Regionalbudgets der Allianz Fränkisches Saaletal bereits gemacht. So ersetzt eine neue Pforte mit Sprossenfenster aus Lärchenholz die alte Türe in der historischen Klostermauer. Des weiteren wurden drei Sitzbänke im unteren Gartenbereich aufgestellt. Zwei "Waldsofas" auf der Streuobstwiese und ein weiteres unter den Obstbäumen zieren inzwischen das Areal. Hinzu kommt eine Baumstamm-"Notenbank", die in ihrer Machart an Notenlinien erinnert.

Eigenleistung erbracht

Mitarbeiter der Musikakademie brachten sich mit Eigenleistung ein und die Baufirma Stolz mit kostenfreien Gerätschaften wie Bagger und Raupenfahrzeug. Im Bereich der Klostermauer wurde ein "Naschweg" angelegt, der im Stil eines Bauerngartens gestaltet ist. Hier ließ Karin Maisel ihren Ideen freien Lauf. Die ehemalige Mitarbeiterin an der Musikakademie, die sich im Ruhestand befindet, entpuppte sich als ideale "Gartenfee". Trauben, Stachel-, Johannis- und andere Beeren, eine Kräuterecke mit verschiedenen Gewächsen und zahlreiche blühende Exemplare ziehen sich an der Mauer entlang. Auf der Gegenseite wurden die alten Obstbäume entfernt. Noch in diesem Jahr werden neue Bäume gesetzt. Das Entscheidungsgremium der Allianz Fränkisches Saaletal lohnte dieses Engagement getreu dem Leitsatz der Förderung der Kultur, Erhalt historischer Substanz und des Zugangs für die Allgemeinheit mit einer Zuwendung von 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe gut 12.000 Euro.

Lob gab es bei der Ortsbesichtigung mit Landrat Thomas Bold, dem Vorsitzenden der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, Bürgermeister Armin Warmuth, der Verwaltungsleiterin Bernadette Roßberg und dem Geschäftsführer und Künstlerischen Leiter Kuno Holzheimer der Bayerischen Musikakademie sowie Allianz-Manager Holger Becker. Die Besucher waren sich einig, dass der Klostergarten mit Blick auf das Saaletal sowohl Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt sich aber ebenso für Veranstaltungen wie Open-Air-Konzerte oder Theateraufführungen nutzen lässt. Zudem steht das hergerichtete Gelände natürlich den Kursteilnehmern und dem Personal der Akademie zur Verfügung. Mit der Neugestaltung dürfte der "Klostergarten 2.0" ein willkommenes Highlight für Naherholungssuchende und Touristen sein.