So hat sich Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) seinen Wahlkampfbesuch im Landkreis Bad Kissingen sicher nicht vorgestellt: In Elfershausen wurde er von Demonstranten empfangen. Es geht um ein Naherholungsgebiet am Deißelbach.

Das Projekt mit dem Förderschwerpunkt Wasserbegegnungsstelle mit Retentionsraum (Hochwasser-Überflutungsgelände) an der Saale führt zwischen Bürgermeister Johannes Krumm, dem Gemeinderat und den Ortsbürgern bereits vorher zu heftigen Kontroversen.

Wie verärgert einige Bürgerinnen und Bürger sind, wurde deutlich bei einer Zusammenkunft am Rathaus, wo rund 50 Menschen mit Transparenten gegen das Vorhaben demonstrierten. Auf der anderen Seite hatte Bürgermeister Krumm mit Staatsministerin Dorothee Bär, dem Parlamentarischen Staatssekretär Stephan Mayer, Landrat Thomas Bold und Stefan Hörtler von der CSU Bad Kissingen deutlich hochrangige politische Prominenz im Rücken - die sich trotz voller Wahlkampftermine Zeit nahmen , um das Vorhaben darzustellen.

Bürger fürchten Überschwemmungen

Für das Projekt sind in der Vorplanung bereits 378 000 Euro in der Bewilligungsphase.

Die Bürgerinnen und Bürgen sehen darin eine Geldverschwendung , denn die zu bebauende Fläche liegt im Überschwemmungsgebiet der fränkischen Saale und des Deißelbaches, der bei Extremregen bereits jetzt am neuen Spielplatz heftige Schäden angerichtet hatte.

Der Disput befördert unterschiedliche Meinungen. So sieht Bürgermeister Krumm durch das Vorhaben eine Attraktion für die Einwohner und Touristen, während Christian Reusch meinte, dass die Leute, die hier zum Baden gehen, genau dies nicht wollen. Ingo Graser vertritt die Meinung, dass der Unterhalt eines Badesees Kosten nach sich ziehen wird. Ilona Sell sieht keine Logik darin, im Hochwassergebiet irgendetwas zu bauen, da die Gefahr der Überschwemmung bei entsprechender Wetterlage nicht abgewendet werden kann.

Bold für Bürgerbeteiligung

Landrat Thomas Bold ist für eine Bürgerbeteiligung, die zur einer Mehrheitsentscheidung führen soll. Außerdem müsse das Projekt dem Förderzweck entsprechen.

Staatssekretär Stephan Mayer, der aus Altötting anreiste, kennt die Maßnahmen nur von den vorgestellten Plänen und nahm zu ersten Mal vor Ort Einsicht in das Vorhaben und stellte in Aussicht, die Fördermittelzusage doch flexibel und sinnstiftend zu verwenden. Dafür werde er sich im Bundesinnerministerium einsetzten.

Staatsministerin Bär erklärte, es gut zu finden, dass die Bürger sich für ihre Heimat einsetzten und selbst mitgestalten wollen und lobte die Bürgerbeteiligung als sehr vorbildlich. Sie stützte den Bürgermeister - der wolle etwas bewegen und brauche für seine Initiative Unterstützung.