Beschlüsse zur Anerkennung der Planentwürfe für das Neubaugebiet "Neuländer Weg" und der frühzeitigen Beteiligung durch die Träger öffentlicher Belange standen im Euerdorfer Gemeinderat an. Dabei handelte es sich um eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans, zu dem bereits vor zwei Jahren mehrere Beschlüsse gefasst wurden.

Zu den bisherigen Standortbewertungen führte Planer Matthias Kirchner vom gleichnamigen Büro an, dass keine weiteren Gewässer in der Planung hinzukommen doch das Landschaftsschutzgebiet, Bio-Kartierungen und eventuelle Bodendenkmale zu berücksichtigen sind. Eine Anbindung an die örtliche Wasserversorgung ist möglich, die Entwässerung im Neubaugebiet erfolgt im Trennsystem. Städtebaulich nannte Kirchner das Projekt eine "gelungene Ortsabrundung". Auf Anfrage von Edgar Röder bejahte der Planer die Bildung von Bauabschnitten. Grundstücksgrößen sind nach tatsächlichem Bedarf zu bemessen, die abgepasste Topografie und eine ökologische Konzeption gehören nach Aussage des Planers in das Planungsgrundsystem. Dachformen, Traufhöhe und Firstrichtungen sind variabel gestaltbar. Zur Beschlussfassung standen zudem die Anbindung des Wohngebiets an den "Fasanenweg", das Einbringen der Regenrückhaltebecken und ein eigens als Spielplatz ausgewiesenes Grundstück an.

Ausgleichsflächen noch unvollständig

Im Neuländer Weg entstehen 43 Bauplätze in der Größenordnung zwischen 660 und 1350 Quadratmetern. Ein Großteil des Biotops bleibt erhalten, die Ausgleichsflächen sind allerdings noch unvollständig. Auch ein artenschutzrechtlicher Ausgleich ist wegen der Wegnahme der Streuobstwiese vorgesehen. Zur Zeitplanung terminierte Kirchner den privaten Baubeginn auf Herbst 2024.

Die Idee von Elmar Hofmann, auch ein Mietshaus in die Bebauung einzubringen, will der Planer prüfen. Hofmann sprach sich zudem gegen Gabionen-Zäune als Grundstückseingrenzungen und "Schottergärten" sowie für "Gründächer" aus. Dies wertete Kirchner als "interessanten Vorschlag", jedoch ist ein Grünordnungsplan bereits erstellt. Der Beschluss für die Planung passierte gegen eine Stimme.

Zurückgestellt wurde ein Antrag des SV Wirmsthal zur Umnutzung seines Fußballfelds als Trail-Strecke für den Radsport. Ein Beschluss-Vorschlag sah eine Zustimmung vor unter der Voraussetzung, dass alle Jugendlichen Zugang zu dieser Einrichtung haben, unabhängig davon, ob sie Vereinsmitglied sind. Bürgermeister Peter Bergel wies außerdem auf die Haftungspflicht des Sportvereins hin, die im übrigen auch für den Skater-Platz gelte. Darüber gab es unterschiedliche Meinungen, die zur Zurückstellung des Tagesordnungspunkts bis zu einer Aussprache mit dem SV führten.

Für die Sanierungsarbeiten im Wirmsthaler Friedhof - Pflaster im Eingangsbereich, Betontröge und eine Absturzsicherung - gab das Gremium grünes Licht. Die Bereitstellung neuer Wohnbauflächen im Ortsteil beantragte Bernhard Herterich, da der Gesetzgeber die Frist für solche Maßnahmen verlängerte, die es den Kommunen ermöglicht, Flächen unter bestimmten Voraussetzungen zu erschließen.

Vorteile: Ein naturschutzrechtlicher Ausgleich und ein Umweltbericht entfällt, nur die Berichtigung des Flächennutzungsplans ist gefordert. Der Bürgermeister wurde beauftragt, ein Ingenieurbüro zu suchen, das ein Erschließungskonzept für Wirmsthal erarbeitet. Bergel sieht hier Möglichkeiten am "Rüder" und am "Schulacker", allerdings wäre erst die Nachfrage zu erkunden. Der Beschluss fiel gegen zwei Stimmen.

Wegen Umbauarbeiten in der Turnhalle der Einhard-Schule kann der TSV Euerdorf diese nicht für sein Sportangebot nutzen. Die Kirchengemeinde stellt dem Sportverein den Pfarrsaal zur Verfügung, lediglich die Betriebskosten sind zu zahlen. Der TSV legte eine Kostenschätzung für Heizkosten, Strom, Wasser und Reinigung in Höhe von 3460 Euro jährlich vor und bat den Markt um Kostenübernahme, die für ein Jahr gestattet wurde. Eine detaillierte Abrechnung erfolgt mit der Pfarrgemeinde.

Die Gemeinde plant im Bereich "Am Haarberg/An Heiligenberg/Heinrich-Weber-Straße" die Einrichtung einer 30 km/h-Zone, um die Verkehrssicherheit - insbesondere für Schulkinder und den Kinderspielplatz - zu erhöhen. Dazu muss die bisherige Verkehrsbeschilderung ausgetauscht werden, was noch mit der Polizei zu besprechen ist. Für die Maßnahme stimmte der Rat einmütig.