Das Klagelied ist nicht neu: Stillstand der Vereinsaktivitäten, eventuell wirtschaftliche Einbußen, Mitgliederschwund, kurzum tote Hose auf allen Ebenen. Fast eineinhalb Jahre Pandemie und ihre Folgen zeitigen jetzt ihre Wunden in den Vereinen. Da macht der FC Viktoria keine Ausnahme.

Doch hielt die bisher schwierig zu meisternde Ära auch eine positive Überraschung für den Klub bereit.

Die erste Mannschaft des FC ist - per Entscheid am "grünen Tisch" - in die Kreisklasse aufgestiegen was in der Jahreshauptversammlung helle Freude auslöste. Für die Kicker ein ermutigender Ansporn, für den Traditionsverein und seine knapp 400 Mitglieder ein Bollwerk gegen Tristesse.

Keine Probleme warfen die Neuwahlen auf. Unter der Wahlleitung von Jürgen Rübeck übernehmen die bisherigen Amtsinhaber für zwei weitere Jahre ihre Posten. Dies sind Thomas Tiedemann als Vorsitzender und Sven Röthlein als sein Stellvertreter. Die Kassengeschäfte führt Benedikt Hüfner und seine "rechte Hand" Matthias Schneider. Michael Hammer und Stellvertreter Bastian Koch sind erneut zu Schriftführern gewählt.

Ein wichtiges Thema sind dem FC Untererthal die Würdigung verdienter und langjähriger Mitglieder, die er zu Ehrenmitgliedern ernennt. Im Einverständnis mit den Anwesenden erhielten heuer Helmut Scholl, Thomas Hammer und Josef Koch die hohe Anerkennung in Form einer Ehrenurkunde und eines Präsentkorbs.

Läufer am Spielfeldrand

Helmut Scholl, in der Jugendarbeit und im Vorstand tätig, leitete mehr als 25 Jahre mit wachsendem Erfolg die Theatergruppe. Sein Motto bis heute: "Ich gehöre zum Verein und bin stolz darauf".

Vereinslebensmotor Thomas Hammer verlangte als Trainer zwar viel, formte aber auch vieles. Für die Belange des FCU war er immer verfügbar.

Josef Koch prägte die Arbeit im Vorstand, in der Theatergruppe und im Vereins-Leben mit. Von dem treuen Spiele-Besucher wird behauptet, dass er mehr "laufende" Zeit am Spielfeldrand einbringt als mancher Aktive.

"Der Fasching 2020 war beim FCU unsere letzte große Veranstaltung", stellte Vorsitzender Thomas Tiedemann in seinem Rechenschaftsbericht fest. Ansonsten Arbeitseinsätze, Vorstandssitzungen. "Wir versuchen wieder in die Normalität zukommen", hoffte er. Wenigstens die Sportheimbewirtschaftung funktioniert und die Spielerkabinen erhalten eine Neugestaltung. Unterm Strich sind Helfer und Einnahmen willkommen.

Kader steht bereit

Wie die Berichte der Abteilungsleiter zeigten, will die 1. Mannschaft ab Ende des Monats in der Kreisklasse Rhön und im Liga-Pokal mitmischen. Dafür steht der komplette Kader bereit, so Abteilungsleiter André Tiedemann.

In der Jugend-Abteilung mit immerhin 92 Kinder und Jugendliche - ein Drittel davon aus Untererthal - fehlt das Personal um eigene Teams ins Rennen zu schicken, bedauerte Jugendleiter Daniel Hammer. Mit Spielergemeinschaften aus umliegenden Fussballklubs lässt sich das jedoch bewerkstelligen. Versäumtes will der Leiter der Theatergruppe, Peter Brunner, heuer nachholen. Allerdings ist noch das "wie" zu klären.

Den Kassenbericht legte Benedikt Hüfner auf. Gründe für ein nicht allzu hohes Minus sind die Kosten für Kabinensanierung und den Blitzschutz bei fehlenden Einnahmen. Die Kassenprüfer Werner Hereth und Martin Virnekäs bestätigten die korrekte Buch- und Kassenführung, die Entlastung fiel einstimmig.