Die Zuschüsse sollen aus Berlin fließen, die Planung kommt direkt aus dem Ort: Landschaftsarchitektin Susanne Siebenlist hat ihr Büro "Land und Plan" in Windheim und beschäftigt sich aktuell mit der Umplanung der Ortsmitte des Wartmannsrother Gemeindeteils. Eine halbe Million Euro soll das Projekt kosten, der Bund hat 90 Prozent Förderung zugesagt im Rahmen des Modellprojekts "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel". Notwendig für den endgültigen Förderbescheid ist auch eine Bürgerbeteiligung, in dieser Woche stellte Susanne Siebenlist ihren Mitbürgern die Planung vor.

"Ich habe eine enge Beziehung zu Windheim", sagt Susanne Siebenlist. Zwar wuchs sie im benachbarten Diebach auf, war aber schon als Kind oft bei der Oma in Windheim. Deshalb kennt sie Land und Leute, bezeichnet das renovierte Feuerwehrhaus mit seiner Terrasse als "schönen Anfang" für eine Neugestaltung des Platzes. Windheim hat seit Jahrzehnten, was sich andere Orte ähnlicher Größe erst nach und nach geschaffen haben: einen 1300 Quadratmeter großen, asphaltierten Platz in zentraler Lage. Aber: "Das ist ein reiner Verkehrsplatz ohne jegliche Aufenthaltsqualität", sagt Susanne Siebenlist, und: "Den Bach sieht man gar nicht."

In ihrer Planung setzt die Landschaftsarchitektin vor allem auf mehr Grün: 330 der 1300 Quadratmeter sollen komplett entsiegelt und begrünt werden, weitere 220 Quadratmeter sollen für 18 Pkw-Stellplätze mit Rasengittersteinen angelegt werden. 750 Quadratmeter neu asphaltierter Fläche reichen aus ihrer Sicht. Um den Platz herum, aber auch mitten auf den Platz hat sie außerdem etliche Bäume geplant, unter anderem im Zentrum eines Wendehammers. Das wirke sich bis auf die Ortsdurchfahrt aus. Zudem will sie Mauern an Hof- und Klingenbach beseitigen, die Fläche um die Dorflinde entsiegeln und Zugänge zu den Bächen schaffen. "Wir müssen das Wasser erlebbar machen", betont die Landschaftsarchitektin, und: "Es geht nicht nur um das große Klima weltweit, sondern auch das kleine Klima hier im Ort." Bäume würden Schatten spenden und für höhere Luftfeuchtigkeit sorgen.

"Mitten auf so einen Platz gehören keine Bäume", kam prompt Kritik von den Windheimern, und: "Vielleicht feiern wir ja irgendwann wieder mal eine große Kirmes und wollen ein Zelt aufstellen." Andreas Lutz, in dessen Brennerei-Halle die Pläne vorgestellt wurden, verwies darauf, dass bei Hochwasser bereits oberhalb des Ortes mehr Stauraum zur Verfügung stehen müsste. Bürgermeister Florian Atzmüller betonte, dass es beim aktuellen Programm nicht primär um den Hochwasserschutz gehe. "Es sind viele kleine Bausteine", sagte Atzmüller und kündigte weitere Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt an, bei denen er den Hochwasserschutz vor allem außerhalb des Ortes, aber auch nach dem Zusammenfluss von Hof- und Klingenbach ansprechen wolle. "Insgesamt wird es künftig noch wichtiger werden, bereits außerhalb der Ortschaften Stauraum und Retentionsflächen zu haben."

Als "sehr produktiv" bewertete Susanne Siebenlist die Bürgerbeteiligung. Gemeinsam mit der Gemeinde wolle sie die Pläne nun überarbeiten. "Wenn wir Fördergelder haben wollen, müssen wir gewisse Auflagen erfüllen", schränkte sie jedoch ein. Laut Bürgermeister Atzmüller sollen die neuen Pläne auf der Homepage der Gemeinde online gestellt und im Gemeinderat beraten werden.