Die Errichtung des neuen Stegs unweit der Reither Mühle ist wegen der höchst beeinträchtigten Standsicherheit und insbesondere der Verkehrssicherheit so zeitnah wie möglich vorzunehmen. Vorgesehen ist eine Realisierung noch im Herbst 2022, vor Ablauf der weniger hochwassergefährdeten Zeit. Zu diesem Ergebnis kam Klaus Wolf vom Ingenieurbüro in Bad Bocklet. Er stellte dem Gremium seine Planung detailliert vor.

Zwei Monate Bauzeit

"Wir müssen hierbei viele Regeln einhalten und viele Partner mit ins Boot nehmen", äußerte Bürgermeister Mario Götz. Wolf gab zu Beginn seiner Ausführungen zu bedenken, dass man, um Förderung zu erhalten, natürlich alle Regeln und Auflagen einhalten müsse. Die zwei Hauptträger werden in Brettschichtholz mit Querschnitt 15 mal 80 Zentimeter und der Belag mit 5 Zentimeter Holzbohlen, vorzugsweise in Lärchenholz, alternativ Eiche gefertigt. Als Gründung sollen Stahlprofilträger eingerammt werden, der Steg wird 1,5 Meter breit werden und die Gesamtkostenwerden rund 87.000 Euro betragen. Aufgrund der vorgefertigten Bauteile sei mit einer Bauzeit vor Ort von maximal zwei Monaten zu rechnen.

Bei der Thulba handelt es sich um ein Gewässer II. Ordnung mit Zuständigkeit des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen. Das Gremium erteilte sein Einvernehmen zum wasserrechtlichen Vorhaben. Elmar Sell fand die bauliche Lösung nicht optimal und hatte Bedenken wegen Pilzbefall der Holzträger. Alexander Schlereth sprach sich für eine Breite von einem Meter statt 1,5 Meter aus, auch er hielt den Standort für Leimholz für zu schattig und zu feucht. "Der Bauunterhalt ist bei Holzkonstruktionen unausweichlich", argumentierte Wolf hierzu.

Trittsteine im Gespräch

Der Naturpark beteiligt sich nicht an den Kosten des Steges, vielmehr übernimmt er die administrativen Aufgaben wie Baubetreuung, Bau und Vergaben. "Wir zahlen hier rund 30 Prozent der Kosten für einen Wandersteg, der nicht uns gehört, und übernehmen noch Unterhalt und Haftung - hört sich für mich nicht nach dem besten Deal an", sagte Daniel Bahn. Michael Meindl sah keine Alternative zu dieser Lösung. Die einzige Alternative sei die Schließung der Extratour Thulbataler. Holger Fröhlich sprach eine Verlegung in diesem Abschnitt auf die andere Seite der Thulba an und Alexander Schlereth brachte das Einbringen von Trittsteinen zum Überqueren der Thulba an dieser Stelle ins Gespräch. Gerade diese Stelle mit der Überführung gehöre zum Konzept des Premiumwanderweges, war sich Bürgermeister Götz sicher. Letztendlich stimmte der Rat dem Vereinbarungsentwurf vorbehaltlich der Förderzusage in der vorgelegten Form zu. Zustimmung - allerdings bei sechs Gegenstimmen - erfolgte auch für die Kostenverteilung: Nach Abzug der Fördermittel von 70 Prozent wird der Markt Oberthulba 30 Prozent der Kosten tragen. Die Eigenleistung des Bauhofes (Fällen eines Baumes und Abbau des alten Stegs) können noch von den Kosten abgezogen werden, so dass der Markt Oberthulba letztendlich auf rund 25 Prozent Eigenanteil komme, so Götz.