Hammelburg
Open A

Die Geburtstagsparty rockt

Die Hammelburger "Musikini" hat am Wochenende ihr 35. Jubiläum nachgeholt - mit insgesamt elf Bands, die dem Publikum ordentlich eingeheizt und für Stimmung gesorgt haben.
"Orange Pekoe" ist nicht nur ein Tee, sondern auch Garant für hervorragenden Sound - in Japan wie in Hammelburg.
"Orange Pekoe" ist nicht nur ein Tee, sondern auch Garant für hervorragenden Sound - in Japan wie in Hammelburg. Foto: Winfried Ehling
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Den 35. Geburtstag wollte die Musikinitiative eigentlich im vergangenen Jahr feiern. Dies war, corona-bedingt, nicht möglich. Deshalb nahm die "Musikini" heuer erneut Anlauf mit dem geplanten "H2Open Air " auf dem Gelände des Wasserhauses und gab dem Abend den Titel "35+1".

Warum das Festival auf Wasser getauft war, erschließt sich nicht so ganz. Im Gegenteil - die Initiatoren freuten sich über einen regenfreien Tag und eine laue Nacht, was einen guten Besuch sicherte. Rund 350 Gäste und Musiker, so Vorsitzender Sean Miller, hätten wohl nicht genügend Platz im Wasserhaus gefunden. Für das Event lief die Planung bereits im Januar an mit der Organisation des Personals, der insgesamt elf Bands, der Akustik- und Lichttechnik und der Bühne, die Elektrotechnik aus Fuchsstadt bereitstellte.

Erinnerung an früher

Auffallend in der Besucherklientel, in der sich zahlreiche Mamas und Papas tummelten, waren auch zahlreiche Bandmitglieder und Fans aus früheren Zeiten. Was die Bands anbelangt, lag eine lupenreine Retrospektive aus einer Zeit vor, in der die "Musikini" teils bis zu stolze 16 Formationen in ihren Reihen wusste. "The Fitzz", die "Diapers", "Runnin' Gun Blues" und die "Black River City Girls" kennt man noch aus diesen Tagen. Erinnerungen tauchen auf an die Open Air-Feste zum Beispiel auf dem Jugend-zeltplatz und der Schlossbühne Saaleck, die erste X-mas-Party im damaligen Kolpingheim oder das Abschiedskonzert für die legendäre "Eisdiele", zu dem alle Gruppen dort auftraten.

Beharrlichkeit und die Unterstützung der Interessengemeinschaft Rock (IG Rock) sowie des Landesverbands führten zum Umbau des Ex-Pumpenhauses der Stadt als Domizil der Musiker, dem Wasserhaus. Hier gab es Probenräume, Konzerte, Feste, und auch andere Institutionen wie "kulturbunt" nutzen die sich bietenden Möglichkeiten.

Hier gab es auch das Freigelände für Veranstaltungen wie "H2OpenAir", bei dem beispielsweise "Orange Pekoe" ein beeindruckendes Gastspiel gab. Neben der gleichnamigen Teesorte ist den Mitgliedern wahrscheinlich auch die japanische Jazz-Fusion-Band bekannt, die weltweit Karriere machte. "Nightmare" galt seit jeher als "enfant terrible" unter den heimischen Bands. Die Nachtgespenster mit ihrem knallharten Punk-Sound blieben ihrem Sound (und Outfit) treu. Die Verwendung von Volksweisen im Punk-Style ist ihnen immer noch zu eigen wie auch das häufige Stimmen ihrer Instrumente. Handgeschmiedete Punkmusik ist vielleicht nicht jedermanns Sache, doch hat die Band immer noch eine umfangreiche Lobby.

Aufhorchen ließ die Formation "Lay out", die in jüngerer Zeit nur selten zu hören war. Rock, hart und soft, ist ihre Sache. Im Gitarristen Jürgen Peks und Bassist Jo Lutz, besonders aber Frontmann und Sänger Andy Herrmanns, der eine erstklassige Performance auflegte, hatte dieses Ensemble seine Trümpfe. Unter knackharten Rocksongs fand sich mit "Chidren of the rainbow" ein einfühlsames Stück, das imponierte.

"Double UC" auch wieder dabei

Unlängst beim "Hamulissmo" auf dem Viehmarkt zu hören, kamen "Double UC" mit verändertem Programm auf die Bühne. Fast schon im bombastischen Underground der frühen 70er Jahre, versetzten sie ihr Publikum in Erstaunen - und mit ihrer Renaissance manchmal in Entzücken. Zu verdanken ist solches dem Hammondorgelspieler Fred Brunner und dem virtuosen Gitarristen Volker Büchs. Sänger und Frontmann Wolfgang Schott komplettierte diese Präsentation.

Weitere Bands, die bei diesem Open Air ihre Visitenkarte abgaben, waren "Four Wheel Drive", "Godzilla was a friend of mine" und die befreundete Gastband "Rafiki" aus Bad Neustadt.

Nächster Termin: X-mas-Party

Dem Vernehmen nach war es ein absolut gelungener und treffender Geburtstag, dem weitere Veranstaltungen dieser Art folgen sollten. Vorsitzender Miller hätte - trotz harter Arbeit - nichts dagegen und hofft auf die "X-mas-Party", falls eine Corona-Welle sie nicht wegspült.