Seit 1890 gilt der 1. Mai als Tag der Arbeit und wird für Streiks, Demonstrationen und Maispaziergänger der Arbeiterbewegung genutzt. Der DGB-Ortsverband Ramsthal hatte für diesen Tag eine Maiwanderung, verbunden mit einer Kundgebung und am Ausschank am Terroir-f - Punkt, geplant. Ein Teil der Planung fiel der aktuellen Coronasituation zum Opfer. Der Ortsverbandsvorsitzende Xaver Kerber und der Kreisvorsitzende Gerhard Klamet luden die Mitglieder trotzdem zu eine Kundgebung unter Einhaltung der Coronavorschriften zum Ramsthaler Aussichtspunkt ein. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Solidarität mit Zukunft". Gerhard Klamet wies auf die besondere Bedeutung der Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte in der aktuellen Pandemiephase hin. Das unter Mitwirkung der Gewerkschaften in Deutschland eingeführte Kurzarbeitergeld fände weltweit Beachtung und Nachahmung. Klamet nannte es "Impfstoff gegen Massenarbeitslosigkeit". Das Kurzarbeitergeld verhindere Insolvenzen und sichere Arbeitsplätze. "Es gilt für die soziale Gerechtigkeit bei der Umverteilung der Unterstützungsleistungen zu sorgen", meinte er weiter. Gewerkschaften und Betriebsräte hätten ihren Teil bei der Umsetzung der Corona-Abwehrmaßnahmen in den Betrieben beigetragen.

Die Verhältnisse in Teilen der Fleischindustrie bezeichnete er am Beispiel Tönnies als Ausbeutung durch Verbrecher. Der DGB und die Gewerkschaft NGG hätten hier inzwischen entscheidenden Einfluss auf die Arbeits- und Vertragsbedingungen genommen, um eine Verbesserung für die Beschäftigten zu erreichen.

"Vom Klatschen wird niemand satt" , kritisierte er die anhaltenden Situation in den Pflegeberufen und forderte hier deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten.

Die anstehende Bundestagswahl im September nannte er spannend. Der DGB gebe hier keine Wahlempfehlung, er rate aber, sich mit den Programmen der Parteien im Hinblick auf Arbeitnehmerinteressen, Klima- und Umweltpolitik auseinanderzusetzen.

Als schwierig bezeichnete er die Lage der Studierenden, die häufig auf Nebenjobs angewiesen wären, die nun coronabedingt weggefallen sind. Hier hätten sich die Gewerkschaften für eine Anpassung der Bafög-Bezugsdauer eingesetzt.

Auf viele Frauen seien seit über einem Jahr deutliche Mehrbelastungen durch die Situationen in Schulen und Kindergärten zugekommen. Auch die Beschäftigung im Handel fordere die Frauen extrem. Der DGB fordert hier eine wohnortnahe Betreuung der Kinder. Abschließend merkte er an, dass die Planung weiterer gewerkschaftlichen Veranstaltungen momentan schwierig sei. Man beabsichtige aber, vor der Wahl eine Podiumsveranstaltung mit Vertretern der Parteien zu realisieren, wenn es die Pandemielage erlaube. hla