Das Hofschoppenfest war für ihn kurz vor Amtsntritt Grund für einen Besuch in der Saalestadt. Niedermeyer, 39 Jahre und verheiratet, gelernter Winzer und studierte Weinbe triebs management in Gießen, Heilbronn und Geissenheim. Nachdem er im elterlichen Betrieb mitarbeitete, kam er im vergangenen Jahr zur GWF, die ihm die Stelle in Hammelburg anbot. "Es geht mit dem Weinbau in Hammelburg bergauf", weiß der Mainwinzer und nahm an.

Veränderung und Bewährtes

"Ich will die Verkaufsstelle erfolgreich führen und die Kundenstrukturen kennenlernen", sagt Niedermeyer, der "ein Freund von Veränderungen ist aber Bewährtes beibehalten will". Und ergänzt: "Wenn wir einen Schritt nach vorne gehen wird das kein Alleingang sein. Selbstverständlich nehmen wir unsere Winzer mit."

Niedermeyer löst Stefan Merz ab, der nach dem Weggang von Matthias Büttner seit Anfang des Jahres die Verkaufsstelle als Interimsleiter führte. Der Hammelburger, dessen Urgroßvater die heimische Winzergenossenschaft mitbegründete und dessen Vater Vorstands-Mitglied war, "konnte hier reichlich Erfahrung sammeln, zum Beispiel, dass es gar nicht so einfach ist eine solche Verkaufsstelle zu führen". Vorher Leiter der Autobahn-Vinothek Würzburg, "habe ich es aber genossen unabhängig zu sein", gesteht Merz, der mit Verkäuferin Gertrud Müller aus Ramsthal die Aufgaben in der GWF-Verkaufsstelle im Schlosshof schulterte.

Das Büro-Management, der Verkauf, Beratungen, Weinproben und Kellerführungen gehörten zu den vielfältigen Tätigkeiten von Stefan Merz, der auch künftig in der Verkaufsstelle seinen Arbeitsplatz hat. Und das Hofschoppenfest, das organisatorisch erstmals in seinen Händen lag.

Magnet für die Winzer

Das Hofschoppenfest erwies sich als Magnet für die Winzer aus der Region, Einheimische und zahlreiche Touristen. Eine bunte Palette der gängigen Frankenweine zierte die Karte, darunter auch eine Neuheit, der "Terra Hamulo", ein Cuvèe-Rotwein und ein 2011er Portugieser Tilman. Außerdem gab es Deftiges und eine Kaffeebar.
Bedauert wurde allerdings, dass es kein spezielles Sonntags-Mittagessen gab. "Dafür konnte ich leider niemanden finden", entschuldigt sich Merz, der ansonsten von "einem schönen Erfolg" spricht. Das sah auch das Wohnmobilisten-Ehepaar Wasskow aus dem mecklenburgischen Wollgast so, das den Besuch so beschrieb: "Das war was Echtes, da kommen wir wieder her."

Neben zwei Alleinunterhaltern spielt zum Weinfestauftakt in Hammelburg am Samstag das Jazz-, Blues- und Swing-Trio "Almost blue" unter Leitung von Friedel Heckmann.