Es war ein langer Weg, und die Geduld der Stadtteil-Einwohner wurde auf eine harte Probe gestellt. Doch gaben die Gauaschacher nicht auf und verfolgten ihre Ziele zäh und tatkräftig weiter. Der Lohn nach 30 Jahren ist eine nahezu komplette Dorferneuerung. Und das musste gefeiert werden.

"Großartig" befand Projektleiterin Eva Kiesekamp vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE), die Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft der Dorf-Erneuerung "Gauaschach 2", beim Treffen der heimischen Vorstandsmitglieder in der Alten Schule. Wusste sie doch, dass zahlreiche, verschiedene Belange bei solchen Projekt zu berücksichtigen sind. Gesetzliche Vorschriften, finanzielle Mittel oder unterschiedliche Meinungen können da nur im Austausch ein stimmiges Resultat zustande bringen.

Und dies gelang im Stadtteil. "Wir konnten viele Maßnehmen fertigstellen die die Lebensqualität im Ort steigern. Am Lindenrain-Platz und an der Milchsammelstelle haben wir zentrale Punkte geschaffen, an denen sich die Bürger treffen und austauschen können. Die Neugestaltung der Schweinfurter- der Sebastian- und der Gauaschacher Straße tragen wesentlich zur optischen und ökologischen Aufwertung des Ortes bei. Die Ringwege um das Dorf entlasten die Bürger und vereinfachen die Arbeit in der Landwirtschaft", schwärmte Kiesekamp. "Für den Kraftakt in Gauaschach brauchte es einen langen Atem", bekräftigte auch Bürgermeister Armin Warmuth, der der Teilnehmergemeinschaft "maßgeblichen Verdienst" zuschrieb. Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement, gepaart mit dem Städtischen Bauhof - "da geht etwas", freute er sich mit Blick auf die sanierte Tal-Kapelle. Sein Dank galt den Vorstandsmitgliedern, die unermüdlich "Überzeugungsarbeit" geleistet haben. "Wie man sieht, lohnte es den langen Weg zu gehen", so Warmuth sichtlich angetan.

Vorsitzende Kiesekamp knüpfte daran eine Retrospektive, die im März 1991 startete. Ein holpriger Beginn, der beinahe wieder verrutscht wäre, weil die Mittel der Stadt begrenzt waren. Doch Gauaschach hat sich durchgesetzt und sofort begonnen, was sich dann doch sehr in die Länge zog. Am Ende standen Gesamtausgaben in Höhe von 1,71 Millionen Euro unter dem Strich. Eine gute Million Euro steuerten die EU, die Bundesrepublik und der Freistaat Bayern bei. Die durchschnittliche Förderung der öffentlichen Maßnahmen liegt bei 80 Prozent. Für die Umsetzung brauchte es zudem drei Bürgermeister.

Reinhard Ziegler dokumentierte die Maßnahmen in dem bebilderten Band "Dorferneuerung Gauaschach" und zeigte dazu eine Dia-Schau. So manchem fiel eine kleine Anekdote dazu ein. Auch die privaten Maßnahmen fanden im Vortrag ihren Niederschlag. Indes, eine Baustelle bleibt. Die Raiffeisen-/Vereinshalle. Stadtrat und Ortsbeauftragter Edmund Schaupp dankte Reinhard Ziegler für den Rückblick, den alle Vorstandsmitglieder in Buchform erhielten.

TG-Vorsitzende Kiesekamp ehrte diese mit einer Dankesurkunde, die Bürgermeister Warmuth noch mit einem Weinpräsent erweiterte. Die Auszeichnung erhielten oder erhalten die folgenden Personen: Reinhard Oswald und Rita Schmitt, die seit 29 Jahren der Teilnehmer-Gemeinschaft angehören. Auf 23 Jahre im Ehrenamt kamen Klaus Vollmuth und Mechthild Ziegler. Wilfried Weidner ist seit zwei Jahrzehnten dabei.

Mit der Auszeichnung dürfen sich auch Werner Vorndran,Hartmut Meder, Bernd Schaupp, Christof Göbel, Erwin Bock, Hermine Steinmetz, Johann Liegl, Thomas Ziegler, Herbert Engelhardt und Petra Dittmann schmücken. Die jüngeren Mitglieder heißen Markus Göbel, Peter Heim, Maria und Elmar Weidner sowie Benno Göbel.