Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU/FWG) hat sich in der Gemeinderatssitzung zu einer grundsätzlichen Stellungnahme veranlasst gesehen. Dabei bezog sie sich auf die vorhergehende Sitzung, in der Jochen Huppmann (CSU/FWG) in ihrer Abwesenheit Kritik an der Rathausplanung geübt hatte.

"Gegen persönliche Angriffe wehre ich mich", sagte Schießer. Es sei nicht fair und recht undemokratisch, in ihrer Abwesenheit so schlimme Kritik zu äußern. Entgegen Huppmanns Vorwurf habe sie den Gemeinderat rechtzeitig und vollständig informiert. "Ich habe keine Information zurückgehalten", sagte die Bürgermeisterin.
Beleidigungen und Vorwürfe brächten in der Sache nichts. Schießer erklärte: "Ich wünsche mir eine vertrauensvolle und positive Zusammenarbeit mit dem Euerdorfer Gemeinderat."

Von den Haus- und Grundstückseigentümern in der Alten Kissinger Straße und Am Steinbruch sollen für den knapp eine halbe Million Euro teuren Straßenausbau Beiträge herangezogen werden. Zur Diskussion stand die Frage, wie die Raten gestaltet werden sollen. Der Gesamtbeitrag soll auf drei Raten plus Endabrechnung aufgeteilt werden, waren sich die Gemeinderäte einig.

Mit 8:3 Stimmen beschlossen sie, die erste Rate im September zu erheben. Die darauf folgenden Raten sollen im Zeitabstand von jeweils sechs Monaten folgen. Es würden Beiträge zwischen 4800 Euro und rund 20 000 Euro fällig, sagte Schießer. In Härtefällen gebe es Lösungen für die Betroffenen.

Lohnt sich für die Marktgemeinde Euerdorf ein Gang zum Gericht, um gegen die Kreisumlage zu klagen? Mit 10:1 Stimmen entschieden sich die Räte gegen eine Klage. Im Detail gehe es um landkreisfremde Leistungen, zum Beispiel in den Bereichen Sport, Kultur oder bei den Kriegsgräbern, erläuterte Jürgen Metz vom Landratsamt Bad Kissingen.

"Das sind doch freiwillige Leistungen, auf die wir keinen Einfluss haben", kritisierte Dietmar Büchner (CSU/ FWG). Er hinterfragte den Verteilungsschlüssel.

Um einen fairen Verteilungsschlüssel ging es im Hintergrund auch bei der Änderung der Vereinbarung zum touristischen Zusammenschluss "Frankens Saalestück". Akzeptiert wurde der Eintritt des Landkreises Bad Kissingen. "Euerdorf zahlt zu viel", sagte Büchner. Gisela Bergel (Bürgerblock) hatte die noch bessere Vermarktung des Museums Terra Triassica Euerdorf im Blick. Schießer hofft auf neue Chancen im Museumsverbund und durch Auftritte auf Messen unter dem Dach von "Frankens Saalestück".

Eine Verbesserung der Wabenstruktur erhofften sich die Euerdorfer Gemeinderäte mit der bevorstehenden Änderung der Tarife. Schon länger in der Kritik steht die teurere Fahrt von Euerdorf in die Kreisstadt als von weiter entfernten Orten. Schießer sah in einer neuen Wabenpolitik eine Chance auf Besserung.

Gisela Bergel (Bürgerblock) ist für ein weiteres Jahr als Seniorenbeauftragte ehrenamtlich tätig. Bergel überlegt, einen Senioren-beirat zu gründen. Die bayerische Ehrenamtskarte war für den Gemeinderat Anlass, über einen freien Eintritt für Kartenbesitzer ins Museum Terra Triassica nachzudenken. Die Überlegung fand Zustimmung, weil sich alle einen bayernweiten Werbeeffekt versprachen. In der Breet werde gerast, zitierte Schießer das Schreiben eines Anwohners. "Die Polizei ist informiert", sagte sie und appellierte an die Einsicht der Verkehrsteilnehmer.