Nach jahrelanger Planung begannen Anfang Januar die Bauarbeiten am künftigen Bürgerhaus. "Wir sind gut gestartet, die Firma Burger-Bau ist sogar etwas vor der Zeit", fasst Stadtbaumeister Detlef Mohr die Lage auf der Baustelle zusammen. Beim Abriss dagegen sei die Firma "Plannerer" eher im Verzug. "Das ist viel Handarbeit", verweist Architekt Andreas Reuter auf die Trennung der Baumaterialien. Auch die Dachziegel sollen wohl komplett per Hand abgedeckt werden. Danach aber komme ein großer Bagger, der fast das gesamte ehemalige Kaufhaus zurück baut: Lediglich der Keller und zwei Wände im Erdgeschoss bleiben stehen.

"Das ist auch für uns spannend", sagt Reuter, und: "Bauen im Bestand ist nicht ganz einfach." Dass der Abriss nicht, wie geplant, bis Ostern abgeschlossen sein wird, ist nach Meinung von Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) kein Drama. Schließlich sei wegen der Corona-Pandemie eh nicht mit Touristen auf dem Marktplatz zu rechnen.

Kein Kran auf dem Marktplatz nötig

Während der Abriss-Arbeiten pausiere die Firma Burger-Bau, danach stelle sie dann vermutlich Ende April einen großen Kran auf dem Buttenmarkt auf. "Der wird doppelt so hoch wie das Rathaus und der Arm muss bis vor zum Marktplatz reichen", sagt Mohr. Dadurch sei kein zweiter Kran auf dem Marktplatz mehr notwendig. Der mit einem Bauzaun abgestellte Bereich auf dem Marktplatz könne spätestens im Mai verkleinert werden, um mehr Platz für Eisdiele und Wochenmarkt frei zu geben.

Das Ziel ist laut Stadtbaumeister, dass bis Jahresende der Rohbau steht und das Dach fertig ist. "Vielleicht kriegen wir sogar noch die Fenster rein und bringen den Baukörper dicht", ergänzt Architekt Reuter. Gut für den Zeitplan sei gewesen, dass die archäologische Untersuchung im Schillingsgässchen ohne Befunde blieb: Der Bereich sei bereits mehrfach umgegraben, deshalb seien trotz Bodendenkmal keine Funde zu erwarten gewesen.

Die Tiefbauarbeiten im engen Schillingsgässchen seien nicht ganz einfach gewesen. Unter anderem kam eine zurückversetzte Keller-Außenwand zu Tage. "Das sieht etwas wild aus, aber wir haben es statisch untersuchen lassen und kriegen das relativ einfach in den Griff", gibt Mohr Entwarnung. Die schadhaften Stellen würden abgedichtet. Die neuen Kanäle und Hausanschlüsse seien bereits verlegt, jetzt werde der Bereich wieder verfüllt. Die Erdarbeiten seien vorgezogen worden, um das Gebäude später besser einrüsten zu können.

Die Außenwand zum Schillingsgässchen bleibe weitgehend stehen, lediglich für den Notausgang müsse ein Teil abgerissen werden. Dass die Pfeiler im Innern und die meisten anderen Außenmauern abgerissen werden müssen, habe mit der Statik zu tun: "Die Decke ist nicht tragfähig genug", betont Mohr. Zudem sei in Zukunft nur noch eine statt zwei Pfeilerreihen im Innern geplant. Trotz der überwiegenden Rückbaus sei aber geklärt, dass es sich um keinen kompletten Neubau handle.

Eine sogenannte Tektur, also ein Änderungsantrag zur Baugenehmigung, sei für den unterirdischen Tunnel zwischen Rathaus und Bürgerhaus notwendig. Nachträglich genehmigt müsse aber nur der Keller-Durchbruch im denkmalgeschützten Rathaus werden. Der Tunnel soll auch als zweiter Rettungsweg für den Rathaus-Keller dienen, außerdem habe das Landesamt für Denkmalschutz eine oberirdische Verbindung der Gebäude strikt abgelehnt.