Mit rund 80 Besuchern begrüßten Ortssprecher Thomas Reuter und Bürgermeister Armin Warmuth die bisher bestbesuchte Bürgerversammlung in der Eschenbachhalle. Die Fragerunde barg

aktuelle Themen, die der ganzen Republik unter den Nägeln brennen. So schlug Wolf-Dieter Bogner vor, die "Riesendachfläche" der Eschenbachhalle mit Solarmodulen zu bestücken um Strom zu gewinnen. "Es ist an der Zeit etwas in diese Richtung zu unternehmen" , mahnte der Ex-Ortsprecher. Nach Dafürhalten Warmuths stehen vor Umsetzung des Projekts Untersuchungen, statische Berechnungen und eine mögliche notwendige Netzverstärkung an. Prüfungen sind angelaufen. Armin Weidenthaler empfahl, Hausbesitzer sollten die eigenen Dächer nutzen.

Zum Vorschlag, Windkraftanalagen auf dem Sodenberg zu errichten, wies Stadtbaumeister Detlef Mohr darauf hin, dass diese Flächen nicht in den Regionalplan aufgenommen und ein solches Projekt nur in mittelfristiger Planung umsetzbar ist. Auch Freiflächenphotovoltaik wäre nach Meinung von Martin Holzinger eine Option, zum Beispiel an der Erdaushub-Deponie. Doch gäbe es hier Probleme mit dem Naturschutz, vermutete der Rathausobere.

Zu einem Kreisverkehr auf dem Gipfel der Hainbuche wusste der beim Landratsamt Main-Spessart angestellte Stadtrat Dominik Sitter, dass es dazu zwar Überlegungen gebe - mehr aber auch nicht. Hergerichtete Waldwege wurden durch Waldarbeiten demoliert, lautete eine Klage. Hier will der Bürgermeister einen Ortstermin mit den Beteiligten vereinbaren.

Eine heikle Frage, die Bürger wie Touristen in der Saalestadt öfter stellen, ist die Zukunft des Schloss Saaleck, über die Weidenthaler Aufschluss erbat. Nach Ansicht des Bürgermeisters ist das "ein Riesenthema" dessen Grundvoraussetzung eine bauhistorische Untersuchung sein muss. "Wir stehen mit Interessenten und Investoren in Kontakt und wollen dazu auch die Bürger befragen. Hier gilt es viele Millionen zu investieren. Ein Gastronomie-Betrieb in der Burg wäre ein Muss. Doch dafür gibt es kaum Fördergelder. Schloss Saaleck bleibt uns eine Herausforderung", räumte Warmuth ein, der sich Investitionen zwischen fünf und 15 Millionen Euro vorstellen konnte.

In seinem Bericht in formierte der Bürgermeister über den aktuellen Gesamthaushalt, der sich - in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen - auf ca.40,3 Millionen Euro beläuft. Dies sind rund 1,25 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die allgemeine Rücklage zum Ende des Jahres 2021 beträgt etwa 12,3 Millionen Euro. Obereschenbach ist darin unter anderem mit einem neuen Feuerwehrgerätehaus bedacht, das am bisherigen Standort entsteht. Baubeginn ist in dieser Woche.

Die Einwohnerzahl im Stadtteil ist seit zehn Jahren rückläufig mit aktuell 485 Bürgerinnen und Bürgern. Dennoch erschließt die Stadt mit dem "Burkersrasen" ein neues Baugebiet dessen Verfahrensabschluss vor aussichtlich Ende des Jahres vorliegt. Der Kinderspielplatz wird mit neuen Geräten, einer Seilbahn und einem Bodentrampolin, im nächsten Frühjahr erweitert. Die Errichtung eines Radwegs zur Landkreisgrenze ist - wegen naturschutzrechtlicher Zwänge - frühestens 2024 möglich. Für den Kindergarten St. Georg sind eine neue Dacheindeckung und die Sanierung der Außenfassade geplant. Auch die Alte Kanzlei erhält eine Erneuerung des Bodenbelags.

Ein besonderes Lob richtete der Bürgermeister dem ehrenamtlichen Engagement in Obereschenbach. In Kooperation mit der Stadt und teils mit Unterstützung der Allianz "Fränkisches Saaletal" und dem Projekt "Grüngitter" war die Eröffnung des Kalk- und Kultour-Wanderwegs und die Sanierung der Weinberghütte, die Installation des Aussichts- und Erholungspunkts am "Stürzelberg" mit erneuerten Sitzgelegenheiten, Treppenaufgang und Sonnenliege.

Die Errichtung des Backhauses am Sportplatz und - im Rahmen des Regionalbudgets - der Aussichtspunkt "Leibergskreuz" sowie die Herstellung des "Holzbrunnens" im kommenden Monat gehören dazu.. Auch die Maßnahme "s'Gängle" und die Fertigstellung und Herausgabe der Ortschronik durch das Team, Wolf-Dieter Bogner, Armin Weidenthaler, Erwin Heid, Andreas, Martin und Thomas Reuter und Volker Rieß, müssen hier genannt werden. Sie leisteten 3 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit.