Täglich rauschen rund 40 000 Fahrzeuge über die Klöffelsberg-Brücke zwischen den Anschlussstellen Hammelburg und Wasserlosen. Als das Bauwerk im Jahr 1968 errichtet wurde, war das Verkehrsaufkommen wesentlich geringer. Und die Lastwagen waren auch noch nicht so schwer wie heute. So hat die unerwartet hohe Beanspruchung die Brücke nun an ihre Grenzen gebracht. Sie wird bis Ende 2018 durch einen Neubau ersetzt.
Zum Start der Arbeiten besuchte Dorothee Bär, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Baustelle. Die A 7 habe schließlich große Bedeutung. "Es ist die längste Autobahn in Deutschland und eine wichtige Nord-Süd-Verbindung", sagte Bär.
Bereits seit wenigen Tagen richten Arbeiter die Baustelle unter der Brücke ein. Ab Mai wird der Verkehr auf der Autobahnbrücke komplett auf die Fahrbahn Richtung Würzburg umgelegt. Für beide Richtungen stehen dort jeweils zwei Spuren zur Verfügung. Das freie Teilbauwerk kann abgerissen werden. Bis Herbst 2016 entsteht dann an derselben Stelle der erste Teil der neuen Brücke.


Der Verkehr wechselt die Seite

Nach der Fertigstellung wird der gesamte Verkehr auf das neue Stück umgelegt, sodass das Teilbauwerk in Fahrtrichtung Würzburg abgerissen und neu gebaut werden kann. Ende 2018 soll die Klöffelsberg-Brücke komplett ersetzt sein. Die Baumaßnahme umfasst 1540 Meter der A 7 zwischen Hammelburg und Wasserlosen. Die Brücken selbst ist 344 Meter lang und 22 Meter hoch.
Die Trassenführung ändert sich durch den Neubau nicht. Auch die Konstruktionsweise bleibt gleich. Lediglich die Zahl der Pfeiler verringert sich: Statt neun tragen bei der neuen Konstruktion nur noch sieben Stützen den waagerechten Überbau samt Fahrbahn. Für die Brücke investiert der Bund 25 Millionen Euro. Aufgrund des schlechten Zustands des jetzigen Bauwerks und der hohen Verkehrsbelastung, für die die Brücke bisher nicht ausgelegt ist, ist der Neubau für die Autobahndirektion Nordbayern die wirtschaftlichste Lösung.


Spannstahl kann reißen

"Die Brücke hat in den vergangenen Jahren viel zu erleiden gehabt, was nicht vorhergesehen war", sagte Andreas Hecke von der Würzburger Dienststelle. Außerdem kann der einst verwendete Spannstahl infolge von Korrosion ohne Vorankündigung reißen. Die Klöffelsberg-Brücke ist nicht der einzige Problemfall auf der A 7. Mitte des Jahres sollen Arbeiten an der Brücke bei Schraudenbach beginnen.
Der Schwerpunkt für die kommenden Jahre sind Bauwerke zwischen Werneck und Biebelried, wie Reinhard Pirner, Präsident der Autobahndirektion Nordbayern, erklärte. Aber auch die Thulbabrücke bei Oberthulba und die Saalebrücke bei Elfershausen stehen auf der Liste der Autobahndirektion. Der Zustand der Bauwerke wird die Reihenfolge bestimmen. Karlheinz Kickuth (SPD/ FWG), Bürgermeister von Elfershausen, nutzte die Gelegenheit schon einmal, um mehr Lärmschutz für Elfershausen zu fordern.
Bär betonte, wie wichtig der Erhalt der Infrastruktur ist. Sie verwies auf eine Prognose, laut der der Personenverkehr bis 2030 um 13 Prozent und der Güterverkehr um 40 Prozent steigen werde. Im Rahmen eines Sonderprogramms "Brückenertüchtigung" stellt der Bund in den Jahren 2015 bis 2017 mehr als eine Milliarde Euro bereit, erklärte Bär. Die Talbrücke Klöffelsberg sei eine der 92 Baumaßnahmen des Programms.